SOS-Kinderdorf hilft in Haiti 

Ein Erdbeben der Stärke 7,0 auf der Richterskala hat am 12. Januar 2010 Haiti erschüttert und nach neuestem Stand mehr als 150.000 Menschen das Leben gekostet, rund eine Million Menschen obdachlos gemacht und eine ungeklärte Zahl von Kindern zu Halb-oder Vollwaisen. SOS-Kinderdorf ist vor Ort und leistet Nothilfe für Kinder und Familien.

Im Zentrum der Hilfe stehen auf sich gestellte Kinder. Es wird abgeklärt, wie diese in den beiden SOS-Kinderdörfer aufgenommen werden und wie sichere Zonen für Mütter mit Kindern erstellt werden können. Zudem bietet SOS-Kinderdorf neben Hilfsgütern wie Essen, Medizin oder Kleidung auch psychologischen Beistand und führt ein Nothilfeprogramm um Kinder wieder mit ihren Familien zusammenzuführen. Für diese Programme und den Wiederaufbau plant SOS-Kinderdorf fünf bis sieben Millionen Franken ein.

Zehn Tonnen Hilfsgüter: Lebensmittel, Medikamente, Zelte

 

Der Hilfsgüter-Konvoi traf im SOS-Kinderdorf Santo am 18.1. ein. Die erste Hilfslieferung umfasst insgesamt zehn Tonnen Lebensmittel, Wasser, Medikamente, Zelte und Treibstoff. Der Konvoi war in Jimani an der Grenze zur Dominikanischen Republik gestartet und wurde von der haitischen Armee begleitet. Die bewaffnete Begleitung war erforderlich, da andere Hilfsorganisationen, die von Jimani aus operieren, von Überfällen auf Hilfstransporte berichtet hatten.

 

Zerstörung und Hunger in den umliegenden Gemeinden

 

Die SOS-Nothilfe wird Kinder und Familie in der Nachbarschaft des Kinderdorfs Santo und der SOS-Gemeindezentren mit Hilfsgütern versorgen und betreuen. Die umliegenden Gemeinden wurden massiv von dem Erdbeben betroffen und die Menschen dort brauchen dringend Hilfe. Ein Grossteil der Häuser sind zerstört und vor allem Lebensmittel werden dringend benötigt. Das Schicksal hunderter Familien, die durch unsere SOS-Familienhilfe unterstützt werden, ist nach wie vor unbekannt. Von vier Eltern wissen wir, dass sie tot sind, zehn Mütter in den SOS-Gemeindezentren wurden verletzt und viele andere sind vermisst.

Im SOS-Kinderdorf Santo richtete das Erdbeben keine schweren Schäden an, den SOS-Kindern und –Müttern geht es den Umständen entsprechend gut. Das Dorf kann daher als Basis für die SOS-Nothilfe dienen.

Zusätzliche Helfer und mobile Klinik

Ein weiteres Team von 15 Fachkräften aus dem psychosozialen Bereich wird in den nächsten Tagen aus Costa Rica erwartet. Mit Unterstützung der Dominikanischen Regierung wird zudem auf dem Fussballplatz des SOS-Kinderdorfes eine mobile Klinik errichtet.

Aufgrund des in Haiti herrschenden Chaos wird die SOS-Nothilfe von vier Teams der SOS-Kinderdörfer in der benachbarten Dominikanischen Republik koordiniert und organisiert, z.B. indem sie Hilfsgüter zusammenstellen und Sachspenden sammeln.

SOS-Kinderdorf ist seit 1979 in Haiti tätig

Auf Haiti gibt es zwei SOS-Kinderdörfer und neun weitere SOS-Einrichtungen wie Schule, Berufsbildungszentren und Jugendeinrichtungen. Das SOS-Kinderdorf Santo wurde 1979 errichtet und bietet 190 Kindern ein Zuhause. Es liegt nur 12 km von der schwer vom Erdbeben betroffenen Hauptstadt Port–au-Prince entfernt. Auf dem Gelände unterhält SOS-Kinderdorf ebenfalls eine Schule, die von 600 Kindern besucht wird.

Spenden für Haiti können über das Spendenkonto der Stiftung SOS-Kinderdorf Schweiz PC 30-31935-2 mit dem Vermerk “Erdbeben Haiti” überwiesen werden. Herzlichen Dank.

Hier finden Sie einen Bericht der NZZ vom 28. Januar über die wichtige Arbeit von SOS-Kinderdorf in Haiti.

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