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| Godfrey mit seiner Familie. |
„Alles begann 1982 bei einem Anschlag auf den damaligen Präsidenten
von Kenia Daniel Arap Moi“, erinnert sich Godfrey Dahiti. Der Präsident überlebte das Attentat, nicht so Godfreys Vater, welcher dabei getötet wurde. „Ich war damals erst drei Jahre alt und wir waren sechs Geschwister, der Verlust für uns und unsere Mutter war immens.“ Zwei Jahre später verstarb auch die Mutter an einem Gehirntumor und die Kinder waren auf sich gestellt.
Der Weg zu SOS-Kinderdorf
„Zuerst kümmerten sich mein Grossvater und mein Onkel um uns sechs Geschwister. Dies war aber nicht einfach und es war klar, dass es so nicht weitergehen konnte.“ In dieser Situation trat SOS-Kinderdorf in das Leben der Kinder. Ein alter Freund der verstorbenen Mutter erzählte dem Onkel von SOS-Kinderdorf und es wurde abgeklärt, ob die Kinder im Dorf aufgenommen werden können. Bereits vier Monate später zogen die vier jüngsten Kinder in das SOS-Kinderdorf Buru Buru ein. Die zwei älteren Geschwister waren alt genug um beim Grossvater und Onkel zu bleiben.
Endlich ein Spielplatz
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| Heute wohnt Godfrey mit seiner Familie in einem einfachen aber schönen Haus. |
„Meine erste Erinnerung an das SOS-Kinderdorf ist der tolle Spielplatz mit der grossen Rutschbahn, ich verbrachte unzählige schöne Stunden an diesem Ort“.
Im SOS-Kinderdorf traf Godfrey auch auf seine SOS-Kinderdorf-Mutter Patricia. „Zuerst war ich etwas nervös, aber sobald ich Mama Patricia traf, liebte ich sie sofort. Sie war sehr nett zu uns und ich fühlte mich bei ihr sehr geborgen.“ Im Haus lernte Godfrey auch seine neuen Geschwister kennen. „Wir wurden von unseren Geschwistern sehr schnell aufgenommen, es war ein wunderbares Gefühl geliebt zu werden und zu Hause zu sein.
Schwierigkeiten in der Schule
In der Primarschule zählte Godfrey stets zu den besten Schülern. „Ich hatte immer gute Noten, aber als ich in die Sekundarschule wechselte, begannen die Probleme“. Gemeinsam mit Mama Patricia suchte SOS-Kinderdorf eine neue Schule. „Hier fühlte ich mich besser aufgehoben, und ich konnte mit der Hilfe meiner SOS-Kinderdorf-Mutter die Schule abschliessen und kam danach in das Jugendzentrum von SOS-Kinderdorf.“
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| Neben einem Coiffeur-Salon und Ackerbau betreibt Godfrey einen Laden für Mobiltelefone. |
Godfrey war sich immer sicher, dass er einen guten Geschäftssinn hat und deshalb eröffnete er ein kleines Kaffee. „Es lief sehr gut, fast zu gut, so dass der Eigentümer der Liegenschaft beschloss, das Kaffee selber zu betreiben.“ Godfrey war also wieder auf sich gestellt. Er beschloss auf das Land seines verstorbenen Vaters zurückzukehren und dort Ackerbau zu betreiben. „Ich lernte Ackerbau bereits im SOS-Kinderdorf und war immer mehr ein Land- als ein Stadtmensch.“
„SOS-Kinderdorf blieb an meiner Seite“
Zusätzlich zum Ackerbau eröffnete Godfrey gemeinsam mit seiner Schwester einen Laden in dem er Mobiltelefone verkauft. Da er die aus dem Erlebnis mit dem Kaffee gelernt hatte, kaufte Godfrey nun seinen Laden, sobald er das Geld dafür verdient hatte. Inzwischen lernte er auch seine Frau Yunis kennen, mit der er mittlerweile zwei Kinder hat. „Wir heirateten 2004 und meine SOS-Kinderdorf-Mutter war meine Trauzeugin. Wann immer ich Hilfe brauchte, war SOS-Kinderdorf für mich da.“
Nach der Heirat eröffnete Godfrey zusätzlich einen Coiffeur-Salon. „Meine drei Geschäfte kann ich gut kombinieren und ich kann damit für mich und meine Familie sorgen. Aber all das wäre ohne SOS-Kinderdorf nicht möglich gewesen“.
Werte leben und weitergeben
Godfrey ist sich sicher, dass sein Erfolg nicht nur von seiner guten Ausbildung kommt, sondern auch von den Werten, welche er bei Mama Patricia im SOS-Kinderdorf gelernt hat. „Ehrlichkeit, Solidarität mit anderen, Selbstrespekt und Respekt für andere, dies waren Werte, die ich im SOS-Kinderdorf erfahren habe und heute lebe.“ Deshalb lässt Godfrey auch andere an seinem Erfolg teilhaben. So hat er ein Strassenkind aufgenommen, welches nun die Schule besucht und unterstützt zwei Kinder aus dem SOS-Kinderdorf, welche eine Lernschwäche haben. „Da ich nun selber Vater bin, gebe ich meinen Kindern die Werte welche mir SOS-Kinderdorf gegeben habe weiter und folge so den Fussspuren meiner SOS-Kinderdorf-Mutter Patricia.“