SOS-ZOOM 3/2011 - Gesunde Kinder sind glückliche Kinder

Jeden Tag sterben 25 000 Kinder, bevor sie das fünfte Lebensjahr erreichen. Sehr kleine Kinder sind besonders anfällig für Infek­tionskrankheiten, die durch unhygienische Lebensbedingungen wie fehlenden Zugang zu sauberem Trinkwasser und schlechte Sanitäranlagen verursacht werden. Die Arbeit der weltweit 68 medizinischen Zentren von SOS-Kinderdorf setzt genau hier an.

 

Die Gesundheitsvorsorge und die medizinische Betreuung sind ein wichtiger Pfeiler der Arbeit von SOS-Kinderdorf. Denn es ist eine traurige Tatsache, dass jährlich neun Millionen Kinder sterben, bevor sie ihr fünftes Lebensjahr erreicht haben, und über eine halbe Million Frauen während der Schwangerschaft oder der Geburt ihr Leben verlieren – 99 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO in einem Bericht aufzeigt. Die meisten Frauen und Kinder sterben an Krankheiten oder Komplikationen, die mit einfachen Mitteln zu verhindern wären: mit besserer Hygiene, Zugang zu sauberem Wasser und Aufklärungsarbeit.

 

SOS-Kinderdorf baut deshalb in Gebieten in der Nähe von SOS-Kinderdörfern, die kaum Zugang zu medizinischen Einrichtungen haben, medizinische Zentren, die auf die Versorgung von Frauen und Kindern spezialisiert sind. Diese Zentren bieten Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen, Geburtenstationen und Beratung zu Hygiene, Ernährung und erster Hilfe an. Zudem fördert SOS-Kinderdorf die geistige, soziale und seelische Gesundheit sowie die therapeutische Beratung für Kinder und Jugendliche.

Rasches Handeln in Krisen

Die Arbeit der weltweit 68 medizinischen Zentren, von denen 400 000 Menschen profitieren, richtet sich nach deren Standort. In Afrika und Asien spielt der Kampf gegen HIV und Aids eine zentrale Rolle, in Sri Lanka wird Wert auf Prävention gelegt und werden Impfkampagnen durchgeführt. In aktuellen Krisen wie der Hungersnot in Ostafrika reagieren die medizinischen Zentren so rasch als möglich. So sind Ärzte und Krankenpfleger aus der Klinik von SOS-Kinderdorf in Mogadischu in die Flüchtlingslager in Somalia, Kenia und Äthiopien gereist und versorgen dort Frauen und Kinder mit medizinischer Hilfe.

In Somalia, wo die Krise besonders dramatisch ist, haben SOS-Mitarbeitende innerhalb der Flüchtlingslager mobile medizinische Stationen errichtet. Viele Flüchtlinge – besonders Kinder – benötigen dringend medizinische Versorgung, Impfungen und psychosoziale Betreuung.

Das SOS-Spital in Mogadischu ist bereits vor über zwanzig Jahren eröffnet worden.  Es hat die Kapazität seines therapeutischen Ernährungszentrums, das auf besonders schlimme Fälle von Unterernährung spezialisiert ist, von 24 auf 60 Betten erhöht. So wird das Spital dem Andrang von Kindern und Müttern einigermassen gerecht, die mehr tot als lebendig ins Spital gebracht werden.

Aids bremst Fortschritte

Im Jahr 2000 erklärte die Uno die Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit um 75 Prozent bis ins Jahr 2015 zu einem Millenniumsziel. Die wenigsten Entwicklungsländer werden dieses Ziel erreichen. Denn trotz Fortschritten hat besonders in Afrika und Südasien die Ausbreitung von HIV und Aids die Fortschritte neutralisiert. Südlich der Sahara sind über 60 Prozent der HIV-Infizierten Frauen.

HIV und Aids sind in diesem Teil Afrikas denn auch einer der Hauptgründe für den Anstieg von Halb- und Vollwaisen. In einigen asiatischen Ländern wird Menschen wegen des Stigmas, welches Aids immer noch anhaftet, der Zugang zu Basisversorgung und zu Bildungseinrichtungen versperrt. Davon sind nicht nur HIV-positive Menschen betroffen, sondern besonders auch Kinder, deren Eltern an Aids gestorben sind.

Tabus bekämpfen

SOS-Kinderdorf engagiert sich deshalb stark im Kampf gegen Aids. Mit Sozialprogrammen und in SOS-Sozialzentren werden in Afrika zurzeit 30 000 Kinder und Jugendliche betreut, die in irgendeiner Form von HIV oder Aids betroffen sind. In vielen Gebieten ist das Wissen über HIV und Aids noch völlig ungenügend. Mit Aufklärungskampagnen, Prävention und dem Aufheben von Tabus hilft SOS-Kinderdorf Betroffenen, in Würde weiterzuleben. In den medizinischen Zentren können sich die Menschen zudem testen lassen, werden Aidskranke beraten und erhalten sie gratis Medikamente.