Erdbeben in Haiti: Die 33 „Waisen“ sind wieder bei ihren Familien.

Die 33 Kinder, welche nach dem Erdbeben von Amerikanischen Baptisten entführt wurden und vorübergehend im SOS-Kinderdorf in Port-au-Prince aufgenommen wurden, haben alle noch Familienmitglieder. In der Nacht auf heute wurden sie wieder mit ihren Familien zusammengeführt.

„Es hat sich gezeigt, dass alle 33 Kinder noch Eltern haben. SOS-Kinderdorf ist überzeugt, dass in den meisten Fällen die eigene Familie der beste Platz für die Kinder ist. Armut darf nie ein Grund sein, dass ein Kind von seiner Familie getrennt wird. Wir unterstützen deshalb den Entscheid der Haitianischen Behörden, die 33 Kinder wieder mit ihren Familien zusammenzuführen“, erklärt Celigny Darius, nationaler Direktor von SOS-Kinderdorf Haiti. Für die Kinder ist dies die beste Lösung. „Ich habe hier im SOS-Kinderdorf gute Freunde gefunden, doch ich vermisste meine Mutter und es ist schön, wieder nach Hause zu kommen“, sagt beispielsweise der neunjährige Michael.

Die Wiedervereinigung fand nun gestern Mittwoch, 17. März statt. Bereits vorher konnten die Eltern ihre Kinder besuchen und SOS-Kinderdorf wird den betroffen Familien weiterhin zur Seite stehen. „Wir werden diese Kinder weiter begleiten und besuchen, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist“, so Line Wolf Nielsen, Mitarbeiterin von SOS-Kinderdorf vor Ort.

„Der Fall der 33 Kinder hat gezeigt, welche Risiken für Kinder in Notsituationen bestehen, wenn Familien keinen anderen Weg mehr sehen, als ihre Kinder aufzugeben. Dies war in Haiti aber bereits vor dem Erdbeben der Fall. Deshalb gilt unser Fokus weiterhin den Kindern. Es gilt zu vermeiden, dass sie von ihren Familien getrennt werden“, führt Celigny Darius weiter aus.

Bereits 65 Kinder wieder mit Familien zusammengeführt

Über 400 unbegleitete Kinder wurden seit dem Erdbeben im SOS-Kinderdorf in Port-au-Prince aufgenommen. Bei allen wird abgeklärt, ob sie noch Familie haben, dabei konnte bis Mitte März bereits 65 Kinder wieder mit ihren Eltern zusammengeführt werden.

90 Millionen Franken für den Wiederaufbau

Zusätzlich verteilt SOS-Kinderdorf täglich Essen für 12‘500 Kinder in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten. Für die Zeit nach der akuten Nothilfe plant SOS-Kinderdorf ein umfassenden Wiederaufbauprogramm in einem Zeitraum von zehn bis zwölf Jahren. Dafür wird die Organisation 90 Millionen Franken einsetzen.

Spenden für Haiti können über das Spendenkonto der Stiftung PC 30-31935-2 mit dem Vermerk “Erdbeben Haiti” überwiesen werden.