Es braucht dringend klare Vorgaben und Zielsetzungen, wie die UN-Kinderrechtskonvention für rund 150 Millionen Kinder, die ohne elterliche Betreuung leben oder Gefahr laufen, die elterliche Betreuung zu verlieren, umgesetzt werden kann und muss. Die Konvention, die in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag feiert, bietet zu diesem Thema zu wenig Anleitung. "Diese Richtlinien sind längst überfällig. Sie sollen sicher stellen, dass auf die häufig hochkomplexe und sensible Lage von Kindern ohne elterliche Betreuung oder auf prekäre Familiensituationen adäquat reagiert wird. Werden diese Richtlinien umgesetzt, dann muss den Kindern viel mehr Gehör geschenkt und müssen ihre besonderen Bedürfnisse wahrgenommen werden", so Richard Pichler, Generalsekretär von SOS-Kinderdorf International.
Zielsetzung
Zuallererst betonen die Richtlinien, dass alles unternommen werden muss, um gefährdete Familien zu stärken, damit Kinder in ihrer Familie verbleiben können. Erst wenn alle Bemühungen erfolglos waren soll - als letzte Antwort - ein Kind in alternative Betreuung kommen. Kinder ohne elterliche Betreuung und Kinder, die in dem Risiko leben, die elterliche Betreuung zu verlieren, stehen im Mittelpunkt der Arbeit von SOS-Kinderdorf. Die Richtlinien unterstreichen, dass diese Kinder und ihre Familien besondere Beachtung verdienen und besondere Lösungen brauchen. SOS-Kinderdorf verfügt über eine jahrzehntelange Erfahrung im Bereich Familienförderung und alternative familiäre Betreuung.
Die Anerkennung durch die UN-Generalversammlung verleiht den Richtlinien politisches Gewicht und hilft NGOs wie SOS-Kinderdorf, die für Kinder und mit Kindern arbeiten, dass deren Anliegen gehört und deren Rechte respektiert werden.