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| Einige der Kinder sind schwer traumatisiert - Foto: Georg Willeit |
Alle Kinder wurden in den Familienhäusern des SOS-Kinderdorfes in Santo am Rande der Hauptstadt Port-au-Prince untergebracht. Als Zwischenlösung wurden am Kinderdorf-Gelände Zelte aufgestellt, in denen vorübergehend Kinder aus den SOS-Familien schlafen, da die 33 Kinder in ihrer derzeitigen Verfassung besondere Betreuung und eine sichere Umgebung brauchen; einige der Kinder sind schwer traumatisiert.
Laut SOS-Kinderdorf-Mitarbeitern waren die Kinder völlig verstört, hungrig und teilweise dehydriert. Jedes Kind wurde vor der Aufnahme in eine SOS-Familie mit Getränken versorgt und registriert. Die Kleinsten wurden vom Roten Kreuz, das eine Krankenstation im SOS-Kinderdorf eingerichtet hat, untersucht, gefüttert und wenn notwendig auch mit Infusionen ernährt.
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| Das Rote Kreuz untersuchte vor allem die Kleinkinder - Foto: Georg Willeit |
Die SOS-Teams kümmern sich nun intensiv um die Kinder, damit sie sich in Sicherheit und beschützt fühlen. Zeitgleich versucht man, Eltern oder andere Verwandte der Kinder ausfindig zu machen.
"Aber ich bin kein Waisenkind", sagte eine 8-jährige zu den SOS-Kinderdorf-Mitarbeitern. Es besteht der Verdacht, dass einige Kinder sehr wohl noch Eltern haben, die vermutlich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen dazu überredet wurden, ihre Kinder in die Obhut Fremder zu geben. Den Anschuldigungen muss noch gründlich nachgegangen werden, die haitianische Polizei spricht jedoch vom Verdacht des organisierten Kinderhandels; zumindest sind die Vorgänge rund um diese Kinder sehr fragwürdig.
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| Foto: Georg Willeit |
Inzwischen kommen Personen ins SOS-Kinderdorf, die sagen, sie wären Eltern oder Verwandte. Die Personendaten werden registriert, weitere Schritte Richtung Familienzusammenführung müssen vom Institute of Social Welfare gesetzt werden.
Dieser Vorfall macht wieder deutlich, wie extrem wichtig es ist, dass in Not- und Katastrophensituationen besondere Massnahmen zum Schutz und zur Betreuung von Kindern getroffen werden. In einem gemeinsamen Statement haben kürzlich die NGO Group for the Convention on the Rights of the Child's Working Group on Children without Parental Care (Genf) und das NGO Committee on UNICEF Working Group on Children without Parental Care (New York) alle Verantwortlichen (die Regierung von Haiti, lokale, nationale und internationale Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen) dazu aufgerufen, die unnotwendige Trennung von Familien zu verhindern, unangemessene Evakuierungen zu vermeiden und unangebrachte, unrechtmässige zwischenstaatliche Adoptionen von Kindern in Katastrophensituationen zu unterbinden. Die UN-Richtlinien zur alternativen Betreuung von Kindern - das erste derartige internationale Dokument zur Regelung der Betreuung von unbegleiteten Kindern unter anderem in Katastrophensituationen - bieten klare Anleitungen, wie in derartigen Ausnahmesituationen gehandelt werden soll.