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| Angeregte Diskussion auf dem Podium. |
7/3/09 – „Manchmal kommt es mir vor, als ob ich sechs Bälle balanciere und dabei über ein Drahtseil gehe“, meinte Nicole Loeb gestern Abend beim Podiumsgespräch von SOS-Kinderdorf im Naturhistorischen Museum. Als Mutter und Delegierte des Verwaltungsrates der Loeb Holding AG versucht sie, die verschiedensten Rollen unter einen Hut zu bringen. Da kann es vorkommen, dass man Zuhause zwei kranke Kinder hat, keinen Schlaf findet und am nächsten Tag die Bilanz vor den Medien präsentieren muss. Auch SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen, welche kurzfristig für die verhinderte Bundesrätin Micheline Calmy-Rey an der Diskussion einsprang, jongliert als selbstständige Anwältin, Politikerin und Mutter mit verschiedenen Rollen. „Allerdings möchte ich nichts davon in meinem Leben missen“, unterstrich sie.
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| Anita Weyermann und Margret Kiener Nellen im Gespräch. |
In der Diskussion gab auch SOS-Kinderdorf Mutter Christine Czermak aus Deutschland einen Einblick in ihren Alltag. Dabei betonte sie, dass der Beruf der SOS-Kinderdorf-Mutter mehr beinhalte als die Rolle der „guten Mutter“. „Viele haben hier falsche Vorstellungen. Klar bin ich für meine Kinder eine Mutter, aber ich bin auch eine ausgebildete Fachfrau, die genau weiss, wie sie mit Kinder umgehen muss, die Schlimmes erlebt haben.“ Dabei stellte sich auch die Frage, was eine gute Mutter ausmache. Eine gute Mutter müsse ihre Kinder vorbehaltlos lieben, erklärte Margret Kiener Nellen. Dem pflichtete Christine Czermak bei, fügte aber an, dass dabei auch Grenzen nötig sind: „Man kann nicht immer alles geben, sonst ist man eines Tages leer.“ Für Joy Matter war die Sache klar: „Ein gute Mutter ist eine zufriedene Mutter“ und fügte gleich an, dass man dabei auch die Väter nicht vergessen sollte, denn diese würden bei dieser Debatte stets marginalisiert.
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| Auch nach dem Podium gab es spannende Gespräche. |
Am Sonntag, 8. März ist der Internationale Tag der Frau. Moderatorin Christine Maier stellte dazu die provokative Frage, ob dieser Tag eigentlich nicht ausgedient habe. Joy Matter widersprach dieser Aussage klar. Zwar freue sie sich darüber, dass die Schweiz momentan drei Bundesrätinnen hat, aber auch heute gebe es weiterhin Missstände, gegen die es sich zu kämpfen lohne. Ein Beispiel seien die unterschiedlichen Löhne von Frauen und Männer. Zudem sei es wichtig, weiterzukämpfen „um das Gewonnene nicht zu verlieren.“ Den Tag der Frau lieber im Schnee verbringt die ehemalige Spitzenläuferin Anita Weyermann. Sie habe sich als Frau nie benachteiligt gefühlt. Im Sport sei es sogar eher umgekehrt. „Oft sind Frauen hier einfach nicht bereit, bis zum Äussersten zu gehen“, sie fügte jedoch an, dass sie sich bewusst sei, dass sie nur dank Vorkämpferinnen wie Joy Matter heute die Gleichstellung von Frau und Mann als selbstverständlich anschauen könne.
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| Christine Leimgruber, Geschäftsführerin SOS-Kinderdorf (links) und Gustav Bader, Präsident SOS-Kinderdorf Schweiz. |
Zum Abschluss der Diskussion schlug Gustav Bader, Präsident von SOS-Kinderdorf Schweiz den Bogen zu den Mütterrollen weltweit. „Wir sind hier in einer privilegierten Situation. In vielen Ländern sieht es aber anders aus. Gerade im südlichen Afrika haben Krankheiten wie Aids ganze Generationen dahingerafft. Da ist es eine bemerkenswerte Leistung, wenn Frauen überhaupt noch Mutter sein wollen oder gar andere Kinder aufziehen.“
Impressionen vom Anlass