Cholera-Epidemie in Simbabwe: SOS-Kinderdörfer klären auf  

04/12/08 - Die Cholera-Epidemie in Simbabwe fordert immer mehr Opfer. Erste Todesfälle sind auch in Familien zu beklagen, die durch die SOS-Familienhilfe in den Armenvierteln Harares betreut werden. In Zusammenarbeit mit den Behörden informieren SOS-Sozialarbeiter die Bevölkerung über Ansteckungsgefahren. Auch die Kinder in den SOS-Kinderdörfern, SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen und SOS-Kindergärten wurden über die Krankheit eingehend aufgeklärt.

Die humanitäre Krise in Simbabwe spitzt sich immer weiter zu: Während die Wirtschaft des Landes kollabiert, bricht nun die Trinkwasserversorgung zusammen. Weil die Menschen verschmutztes Wasser trinken müssen, grassiert die Cholera, eine hochansteckende, lebensbedrohliche Durchfallkrankheit.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind seit August 484 Menschen an Cholera gestorben und 11.700 erkrankt. Besonders dramatisch ist die Lage in Budiriro, einem westlichen Aussenbezirk im Grossraum Harare. Dort leben die Menschen in den Armenvierteln auf engem Raum und unter unzureichenden hygienischen Bedingungen. In Budiriro wohnen auch viele Familien, die durch die SOS-Familienhilfe unterstützt werden. In vier dieser Familien sind jetzt Erwachsene an Cholera gestorben.

Katastrophale Zustände in den Armenvierteln

SOS-Mitarbeiter Justine Lungu beschreibt die katastrophalen Zustände in Budiriro, von denen eine hohe Ansteckungsgefahr ausgeht: "Kranke und Gesunde leben dicht gedrängt zusammen, sie teilen sich das Essen und benutzen die selben Brunnen und Toiletten. Viele Kranke weigern sich zur staatlichen Polyklinik zu gehen, weil es dort keine Medikamente mehr gibt. Kinder spielen auf den Strassen in Abwasserpfützen oder durchsuchen den Müll nach Verwertbarem. Familien zapfen aus leckenden Leitungen Wasser ab. Da aber die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen ist, dürfte es sich dabei eher um Abwasser als um Trinkwasser handeln."

SOS-Sozialarbeiter verteilen Informationsmaterial und erklären Familien, wie sich vor der Krankheit schützen können. Ein Hauptproblem bleibe jedoch der akute Trinkwassermangel, betont Justine Lungu.

Vorsichtsmassnahmen in den SOS-Kinderdörfern

Alle drei SOS-Kinderdörfer in Simbabwe - in Waterfalls/Harare, Bindura and Bulawayo - befinden sich in Gebieten, in denen die Cholera ausgebrochen ist. Krankenschwestern haben SOS-Mütter- und -Kinder über Ansteckungsgefahren aufgeklärt. Wasser wird stets abgekocht oder chemisch desinfiziert. Sollten SOS-Kinder erkranken, so ist ihre medizinische Versorgung sichergestellt. Die SOS-Kinderdörfer verfügen über einen Vorrat an Medikamenten. Da das staatliche Gesundheitssytem zusammenbricht, hat SOS zudem Vereinbarungen mit Privatkliniken getroffen: Dort können Kinder in besonders kritischen Fällen behandelt werden.

Da in Simbabwe gerade Ferienzeit ist, sind die SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen und Kindergärten bis Mitte Januar geschlossen. Bereits vor Ferienbeginn wurden dort Kinder, Lehrer und Erzieher über Ansteckungsgefahren informiert. In den Kindergärten geschah dies besonders intensiv - denn gerade bei kleinen Kindern kann Cholera schnell zum Tod führen.

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