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| Die Eröffnung wurde von farbenfrohen Darbietungen der Kinder begleitet. Foto: Rudi Schachenhofer |
„Wir freuen uns sehr, dass im vierzigsten Jahr unserer Arbeit hier in Kolumbien das neue SOS-Kinderdorf Cartagena seinen Betrieb aufnehmen kann“, sagte Heinrich Mueller, der SOS-Verantwortliche für Lateinamerika, anlässlich der Eröffnung Ende November. Diese Freude war auch bei den Kindern spürbar. Ihre hingebungsvollen Gesänge, Theaterdarbietungen und Tänze liessen die Familien und die Gäste, welche sich zur Eröffnungsfeier versammelt hatten, die erdrückende Realität für einige Momente vergessen.
Grosse Armut in Cartagena
In Kolumbien werden jeden Tag zwei Kinder von ihren Familien verlassen und landen auf der Strasse oder in Auffangeinrichtungen des Staates. Hauptursache für diese erschreckende Situation ist die Armut, die es den Familien nicht erlaubt, die Kinder auch nur mit dem Allernötigsten zu versorgen. In der Küstenstadt Cartagena, wo überdurchschnittlich viele bei bewaffneten Konflikten vertriebene Familien Zuflucht suchen, ist die Situation besonders gravierend.
Aus diesem Grund wurde dieses Jahr in Ergänzung zum Sozialzentrum Pasacaballos, das sich in einem der ausgedehnten Slumviertel der Stadt befindet und frühkindliche Erziehung und Familienstärkungsprogramme anbietet, das siebte kolumbianische SOS-Kinderdorf eröffnet. Das Dorf besteht aus zurzeit sieben Häusern, die sich in einem mittelständischen Quartier befinden. Hier finden nun 49 Kinder ein neues Zuhause und können unter der Obhut einer liebevollen Mutter aufwachsen.
Kinder finden hier eine neue Familie
Neben den Reden von Politikern und Vertretern von Behörden, Spendern sowie des Stiftungsrats von SOS-Kinderdorf Schweiz, waren es vor allem die Kinderschicksale, welche die Anwesenden beindruckten. So wie die Geschichte eines heute 13-jährigen Jungen, der nun ins SOS-Kinderdorf aufgenommen wurde. Wie viele Kinder in Cartagena wurde er als Vierjähriger einfach von seinem Vater in einem Haus zurückgelassen. Nun hat er im SOS-Kinderdorf eine neue Familie gefunden.
Mit dem neuen SOS-Kinderdorf wird in Cartagena eine wichtige Lücke in der Betreuung von verlassenen Kindern geschlossen, davon ist Angela Rosales, Direktorin von SOS-Kinderdorf überzeugt: „Für Kinder muss immer ein familiäres Umfeld gesucht werden, welches es ihnen ermöglicht als einzigartige Menschen aufzuwachsen und sich zu entwickeln, mit echten Beziehungen und starken emotionalen Banden“. Genau dies bietet SOS-Kinderdorf.
SOS-Kinderdorf in Kolumbien
SOS-Kinderdorf ist seit 1971 in Kolumbien aktiv. Zurzeit gibt es in Kolumbien sieben SOS-Kinderdörfer, wovon alle SOS-Jugendeinrichtungen führen, eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule, zwei SOS-Berufsbildungszentren und SOS-Sozialzentren an zehn Standorten.