Neues SOS-Kinderdorf in Uganda eröffnet 

Foto: Hilary Atkins
Kinder von Gulu begrüssen Präsident Kutin bei seiner Ankunft - Foto: Hilary Atkins

Es herrschte grosse Aufregung bei den Kindern, als sie am 17. Mai mit Tänzen und Liedern SOS-Kinderdorf-Präsident Helmut Kutin in Gulu willkommen hiessen. Mit ihm kamen an diesem schwül-heissen Sonntag Ehrengast Gabriel Opiyo, Minister für Gleichstellungsfragen, Kultur und soziale Entwicklung, als Vertreter von Staatspräsident Museveni, Parlamentsabgeordnete Betty Achan, Walter Ocholla als Bezirksvertreter sowie Vorstand und zahlreiche Mitarbeiter von SOS-Kinderdorf Uganda.

SOS-Kinderdorf ist zwar schon seit 2002 in Gulu aktiv, aber erst jetzt kann man sagen, dass dies auch auf lange Sicht so bleiben wird. Als 2003 immer mehr Kinder aus der Gefangenschaft der berüchtigten Lord's Resistance Army (LRA) befreit werden oder flüchten konnten, startete SOS-Kinderdorf ein Nothilfeprogramm für Kinder, die verwaist oder nicht in der Lage waren, ihre Familien ausfindig zu machen. Begonnen hat man in einem kleinen Haus mit drei Schlafzimmern, dann startete ein provisorisches SOS-Kinderdorf auf einem Stück Land, das die Gemeinde gespendet hatte. Der Platz in den Gebäuden war beengt, aber das Grundstück war weitläufig. So konnten auch ein Sozial- und Medizinzentrum für die vielen von HIV/AIDS betroffenen Familien in der Gegend eröffnet werden und eine Tagesstätte für Kinder unter fünf Jahren, deren Eltern berufstätig sind.

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Tänzerische Darbietungen der Kinder bei der Eröffnung - Foto: SOS-Archiv

Die Zahl der Kinder stieg kontinuierlich, und so wurde schliesslich beschlossen, in Gulu ein fixes SOS-Kinderdorf zu gründen, vor allem auch deshalb, weil die LRA ihren Kampf auf Kosten der Zivilbevölkerung im Norden von Uganda beendet hatte und sich die Lage allmählich zu entspannen begann. Es gab viele Kinder, die Opfer des Krieges waren, die von einem permanenten Standort profitieren konnten, aber auch viele Kinder, die verlassen waren wegen der grassierenden Armut, wegen AIDS und anderer übertragbarer Krankheiten. Mit entsprechendem Enthusiasmus wurde gefeiert, als vor kurzem das "richtige" SOS-Kinderdorf unweit des ehemals temporären Dorfes in Betrieb ging. Am meisten feierten die über hundert Kinder und ihre SOS-Mütter. Der Umzug ermöglicht nun auch einen Ausbau des Sozial- und Medizinzentrums und der Kindertagesstätte.

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Das SOS-Kinderdorf in Gulu gilt nun als offiziell eröffnet - Foto: SOS-Archiv

Bei der offiziellen Eröffnung gab es abwechselnd Ansprachen, Gesänge und Tänze, auch die Kinder, SOS-Mütter und Nachbarn machten mit. Einer der Höhepunkte war sicher, als alle Kinder eingeladen wurden, bei einem Lied über die Situation von Kindern in Afrika, besonders jener, die immer noch in Gefangenschaft sind oder in Kriegsgebieten leben, mitzutanzen. In seiner Rede dankte Präsident Kutin vor allem auch den grosszügigen Spendern, die das neue Projekt finanziert haben.

Grundsteinlegung in Fort Portal

Nur zwei Tage später nahm Helmut Kutin die Grundsteinlegung für das vierte ugandische SOS-Kinderdorf in Fort Portal vor. Die Stadt befindet sich drei Autostunden westlich von Kampala, im traditionellen Königtum Toro unweit der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. Obwohl der Boden fruchtbar ist, es grosse Teeplantagen gibt und alte Kolonialgebäude in der ganzen Stadt, täuscht der erste Eindruck. Hinter der augenscheinlichen Fülle verbirgt sich die Not vieler Menschen. Das Gebiet ist von Armut geprägt, vor allem wegen der hohen HIV-Infektionsrate und anderer ansteckender Krankheiten, auch Ebola, dazu kommen Rebellenkämpfe und historisch bedingte ungleiche Ressourcenverteilung.

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Präsident Kutin pflanzt symbolisch einen Baum - Foto: Hilary Atkins
Viele Leute aus der näheren und fernen Umgebung waren gekommen, um der Grundsteinlegung in Butebe an der Stadtgrenze von Fort Portal beizuwohnen, darunter auch offizielle Vertreter von Stadtregierung und Parlament. Chrisa Manyire, die Vorsitzende des Stadtrates von Fort Portal, bekräftigte, dass die lokale Regierung in der Zivilgesellschaft einen Entwicklungspartner sieht und die Gemeinde von Butebe "in gewissem Sinne Eigentümer des Projektes" sei. Auch Helmut Kutin betonte, wie wichtig die aktive Beteiligung der Gemeinde am Projekt sei, das bereits mit einem Familienförderprogramm für rund 1.600 Kinder aus der Region gestartet ist, und dass SOS-Kinderdorf sich weiterhin unermüdlich für benachteiligte Kinder einsetzen wird. Im SOS-Kinderdorf selbst, dessen Fertigstellung für 2010 geplant ist, können 120 Kinder ohne elterliche Betreuung aufgenommen werden.

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