SOS-Familienförderprogramm in Uruguay laut UN-Habitat ein gelungenes Beispiel für nachhaltige Entwicklung  

26/03/2009 - UN-Habitat, das Wohn- und Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen, hat das Familienförderprogramm in Salto als "Good Practice" bewertet und damit als ein Projekt eingestuft, das anderen als Modell dienen kann hinsichtlich Nachhaltigkeit, Partizipation und Vernetzung.
Photo: Fernando Espinoza
Geht's den Familien gut, geht's den Kindern gut: In der Kindertagesstätte in Salto - Foto: F. Espinoza

Das so genannte Technical Advisory Committee von UN-Habitat hat im Oktober 2008 insgesamt mehr als 436 Projekte, Programme und Initiativen begutachtet. Diese Einreichungen wiederum wurden in einem zehnmonatigen Auswahlverfahren evaluiert und aus einer Vielzahl an Programmen gefiltert.

Von den eingereichten Projekten wurden 103 als "Best Practice" bewertet und 288 als "Good Practice", darunter das Familienförderprogramm von SOS-Kinderdorf Uruguay in Salto. Die ausgewählten Beispiele werden in die von UN-Habitat seit 1996 geführte Datenbank aufgenommen, die von Partnern genützt werden kann. In einem globalen Netzwerk werden so Aspekte von Programmen und Projekten herausgearbeitet, die wertvolle Impulse für ähnliche Projekte und Vorhaben im Bereich nachhaltiger Hilfe und Entwicklung liefern können. Projekte, die in die Datenbank aufgenommen wurden, werden auch auf Konferenzen, Seminaren und Workshops präsentiert und dienen als Fallbeispiele für erfolgreiche Entwicklungsansätze.

Das SOS-Familienförderprogramm in Salto, der zweitgrössten Stadt des Landes im Nordwesten nahe der Grenze zu Argentinien, wurde in einem nationalen Verfahren, wo es um nachhaltige Gemeindeentwicklung in strukturschwachen Gebieten ging, ausgewählt und dann über einen Partner von UN-Habitat eingereicht.

Foto: Fernando Espinoza
Mütter aus Salto basteln mit ihren Kindern Drachen - Foto: F. Espinoza

Das Programm ist in fünf Kommunalzentren in Bezirken verankert, wo Familien unter besonders schwierigen Bedingungen leben. Insgesamt erreicht das Programm, das in Kooperation mit der Gemeindeverwaltung und vor allem mit den Betroffenen selbst abgewickelt wird, 612 Kinder und ihre Familien. Es werden Informationsveranstaltungen zu Ernährung von Kindern und Gesundheitsthemen abgehalten und Ausbildungs- und Fortbildungskurse vor allem für Frauen durchgeführt. Im Kindergarten und der Kindertagesstätte werden bis zu 380 Kinder im Alter von 18 Monaten bis 12 Jahren ganztags betreut, was eine deutliche Entlastung vor allem für allein erziehende, berufstätige Mütter bedeutet. Eine gesunde Entwicklung der Kinder zu garantieren und parallel dazu die Kapazitäten und Kompetenzen der Familien stärken, ist das Ziel des Programms, wobei Gemeindekomitees als wichtige Akteure in diesem sozialen Netzwerk die Nachhaltigkeit sicher stellen. 

Koofinanziert wurde das Programm von der EU, die über einen Zeitraum von fünf Jahren EUR 750.000 an Fördergeldern zur Verfügung stellte. Damit konnte auch der Bau des SOS-Sozialzentrums, das die kommunale Basisarbeit koordiniert, finanziert werden.

http://www.bestpractices.org/
http://www.unhabitat.org/

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