Zahlreiche Familien, die im Rahmen der Familienstärkungsprogramme (FSP) von SOS-Kinderdorf Unterstützung erhalten, sind vom neuerlichen Ausbruch der Gewalt im Gaza-Streifen stark betroffen. Das Sozialzentrum ist seit Beginn der Militärkampagne Israels am 27. Dezember geschlossen; Mitarbeitern und Freiwilligen wurde geraten zuhause zu bleiben und per Telefon in Verbindung zu bleiben. Berichten zufolge sind einige Regierungsgebäude in der Nähe des Sozialzentrums von israelischen Luftangriffen zerstört worden.
Ihsan Redwan, der Koordinator der Familienstärkungsprogramme, berichtet, dass ein dreizehnjähriger Junge in der nördlich von Gaza gelegenen Stadt Jabaliya schwer verwundet wurde. Trotz seines kritischen Gesundheitszustandes wurde er vom Krankenhaus, dass seit dem Beginn der Auseinandersetzungen vollkommen überlastet ist, wieder nach Hause geschickt.
Die Häuser von fünf FSP-Familien, ebenfalls in Jabaliya, sind von Luftangriffen zerstört worden; zwei weitere Familien haben ihre Häuser aus Angst getroffen zu werden verlassen. Sie sind entweder bei Verwandten untergekommen oder haben in Schulen der UN Unterschlupf gesucht. FSP-Familien in der Gegend haben mit Versorgungsengpässen, insbesondere von Lebensmitteln zu kämpfen. Partner von SOS-Kinderdorf in der Gemeindeverwaltung versuchen auf das Problem zu reagieren und haben bereits einige Grundnahrungsmittel liefern können. Auch in Khan Yunis, Deir Elbalah und El Burij sind die Häuser mehrerer Familien zerstört worden.
In Rafah ist die Lage für sieben Familien, die nahe der ägyptischen Grenze lebten und in Schulen der UN geflüchtet sind, nach wie vor bedenklich. Eines der Häuser ist Berichten zufolge zerstört worden, die Familien werden vom SOS-Kinderdorf in Rafah und Partnern vor Ort mit Nahrungsmitteln versorgt.
Eine grosse Anzahl der Kinder von FSP-Familien leiden an den psychologischen Folgen der Eskalation, etwa unterBettnässen oder Schlaflosigkeit. Da derzeit das medizinische Personal hoffnungslos überlastet ist, wird SOS-Kinderdorf sich diesem Problem erst widmen können, wenn wieder etwas Ruhe eingekehrt ist.
Das Familienstärkungsprogramm unterstützt derzeit 900 Kinder aus 187 Familien unter anderem mit Lebensmittelpaketen, Schulungen und Kinderbetreuung. Das Familienstärkungsprogramm im Gazastreifen unterstützt Projekte von Betreuern auch mit Kursen für Managementkenntnisse, Lesekursen und Bewusstseinsförderung für die Rechte von Kindern und Frauen.