Haiti: SOS-Nothilfe für 40'000 Kinder und Erwachsene 

23/01/2010 - SOS-Kinderdorf wird Erdbebenopfer in Haiti umfassende kurz-, mittel- und langfristige Unterstützung geben: Provisorische und bei Bedarf auch langfristige Aufnahme von 500 unbegleiteten Kindern; Familienzusammenführung; Sozialprogramme und umfassende Hilfe für 7'000 Kinder und Erwachsene; Nahrungsmittel für 32'000 Menschen.
Foto: Georg Willeit
Die SOS-Teams gehen in die betroffenen Viertel und Camps, um unbegleitete Kinder ausfindig zu machen und Familien lebenswichtige Güter zu bringen - Foto: Georg Willeit

Nach den ersten Soforthilfemassnahmen der SOS-Kinderdorf-Verantwortlichen in Haiti und der Dominikanischen Republik hat sich ein SOS-Nothilfeteam mit weiteren Mitarbeitern aus Costa Rica, Peru und Guatemala formiert und detaillierte Pläne für das weitere SOS-Nothilfeprogramm ausgearbeitet.

Ausgehend von den zwei bestehenden SOS-Kinderdörfern in Santo bei Port-au-Prince und Cap Haitien im Norden Haitis werden die Hilfsmassnahmen organisiert. SOS-Kinderdorf wird bis zu 500 unbegleitete Kinder aufnehmen, u.a. in der umfunktionierten SOS-Schule in Santo, und ihnen Schutz und psychologisch Betreuung geben. Parallel dazu wird die Suche nach Angehörigen und damit die Familienzusammenführung vorangetrieben. Sollte sich herausstellen, dass Kinder keine Familienangehörigen mehr haben, die sich um sie kümmern können, kann SOS-Kinderdorf diese Kinder langfristig in einem familiennahen Umfeld aufnehmen.

Foto: Georg Willeit
Verzweifelte Hilfsappelle in Delmas, einem der am meisten zerstörten Viertel von Port-au-Prince - Foto: Georg Willeit

Weiter wird SOS-Kinderdorf seine Sozialprogramme für Familien reaktivieren bzw. ausbauen und die 16 Gemeindezentren wieder in Betrieb nehmen. Insgesamt sollen dadurch 7'000 Kinder und Erwachsene mit Nahrung, Medikamenten und Notunterkünften versorgt werden sowie die Kinder eine entsprechende Tagesbetreuung erhalten. Die Verteilung von Nahrungsmitteln soll auch auf andere Gebiete ausgeweitet werden und damit über 30'000 Kinder und Erwachsene erreichen.

Selbstverständlich kümmert sich SOS-Kinderdorf weiter intensiv um alle Kinder, Jugendlichen und Familien in den SOS-Kinderdörfern, aber auch um die Familien und Angehörigen der Mitarbeiter, von denen viele durch das Erdbeben alles verloren haben.

In der derzeitigen Diskussion um internationale Adoptionen betont SOS-Kinderdorf, dass Adoption (und dauerhafte Fremdunterbringung) im Fall von Katastrophen niemals eine sinnvolle Sofort-/Nothilfemassnahme ist. An erster Stelle muss immer alles getan werden, um die Familienzusammenführung zu unterstützen und Angehörige der Kinder zu finden – dafür braucht es viel Ressourcen und Zeit sowie die Kooperation vieler Beteiligter und Partner!

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