Hungersnot am Horn von Afrika: SOS-Kinderdorf hilft unter unmöglichen Bedingungen 

04/08/2011 – Politische Instabilität, infrastrukturelle Probleme und das schiere Ausmass der Krise in Ost-Afrika verhindern, dass die Hilfe diejenigen erreicht, die sich nicht mehr versorgen können. Die Erfahrung und das schwer erarbeitete Vertrauen, das SOS-Mitarbeiter in der Region gewonnen haben, helfen ihnen, die verzweifelte Bevölkerung zu erreichen.

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Die Trockenheit, unter derzeit Teile Ostafrikas leiden, ist die schlimmste in der Region seit 60 Jahren. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als 11,6 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. Ganze Familien und Gemeinden verlassen ihre Heimat auf der verzweifelten Suche nach Nahrung und Wasser. Äthiopien, Kenia und Somalia bleiben am stärksten betroffen. Politische Instabilität und infrastrukturelle Probleme machen die Lage  noch komplizierter. Inmitten dieser unmöglichen Bedingungen, hilft SOS-Kinderdorf, wo Hilfe am dringendsten benötigt wird und ebnet den Weg für weitere ausgedehnte Hilfe am ganzen Horn von Afrika.

Somalia: Medizinische Versorgung für das Land, das am meisten leidet

In Somalia ist die Krise besonders dramatisch. Allein in den somalischen Regionen Bakool und Lower Shabelle stehen 3,7 Millionen Menschen vor einer Hungersnot. Rund 6'000 Familien haben Zuflucht im Flüchtlingslager Badbado im Bezirk Dharkenley gefunden. Am 24. Juli errichtete SOS-Kinderdorf ein medizinisches Zentrum im Inneren des Lagers, das bereits an die 2'000 Menschen, die meisten von ihnen Kinder und Schwangere, behandelt hat. Mehr als die Hälfte von ihnen waren Kinder unter fünf Jahren.

SOS-Klinik Mogadischu versorgt SOS-Medizinzentrum in Flüchtlingslager

Ärtze von SOS-Kinderdorf versorgen Frauen und Kinder mit medizinischer Hilfe
Die häufigsten Krankheiten sind mit der richtigen medizinischen Versorgung leicht behandelt, aber diese ist schwer zu bekommen. Glücklicherweise ist die SOS-Klinik in Mogadischu, die vor rund 20 Jahren eröffnet wurde, in der Lage, das medizinische Zentrum im Lager mit Ärzten, Krankenschwestern, Hebammen und Medikamenten zu versorgen. Die SOS-Klinik selbst hat sein Therapeutisches Ernährungszentrum, das auf die Behandlung von besonders schweren Fällen von Mangelernährung spezialisiert ist, von 24 auf 60 Betten ausgeweitet, um dem Ansturm der Kinder und Mütter, die hierher mehr tot als lebendig gebracht werden, gewachsen zu sein.

Erfahrung und Vertrauen ermöglichen rasche und effiziente Hilfe

Allgemein sind die Erfahrung und das Vertrauen, das SOS-Mitarbeiter im Laufe der Jahrzehnte in Ost-Afrika gewonnen haben, ein Segen. Die meisten von ihnen haben bereits mit grossen humanitären Krisen zu tun gehabt und wissen, wie man unter schwierigen Bedingungen handelt. Die langjährigen Beziehungen zwischen SOS-Nothilfe-Teams und Behörden sowie anderen einflussreichen Gruppen haben eine schnelle und unbürokratische Hilfe für diejenigen, die Hilfe am dringendsten benötigen, möglich gemacht.

SOS-Nothilfe in Ostafrika wird ausgeweitet

In den kommenden Tagen und Wochen, wird SOS-Kinderdorf Somalia weitere medizinische Zentren in anderen, ebenso überfüllten Flüchtlingslagern einrichten. In Kenia und Äthiopien sind die Vorbereitungen für den Transport grosser Mengen dringend benötigter Lieferungen von Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten in stark betroffene Gebiete im Gange.

Dürren und Hungersnöte immer häufiger

Dürren sind leider am Horn von Afrika nichts Neues. Neu jedoch ist die beunruhigende Häufigkeit, mit der sie auftreten. Während in der Vergangenheit schwere Krisen verursacht durch Dürreperioden und Hungersnöte ungefähr jedes Jahrzehnt vorkamen, werden wir nun alle paar Jahre Zeugen von Dürren.

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