Mehr als 25 Jahre nach der Giftgaskatastrophe in Bhopal hat ein Gericht erstmals leitende Angestellte des US-Konzerns Union Carbide der "fahrlässigen Tötung" für schuldig befunden. Ein ehemaliger Chef von Union Carbide in Indien und sieben weitere Inder wurden zu jeweils zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Das indische Nachfolgeunternehmen von Union Carbide muss 500 000 Rupien (etwa 8700 Euro) Strafe zahlen. Bürgerrechtler kritisierten das Urteil scharf. Seit 1984 sind fast 10 000 Tote und 100 000 chronisch Kranke zu beklagen.
SOS-Kinderdorf hilft den Opfern noch heute
25 Jahre ist der Unfall her, die Katastrophe ist aber noch nicht vorbei. Die Zahl der bis heute Verletzten, Kranken sowie geschädigter Nachkommen wird auf eine halbe Million geschätzt. Gegen die Folgen kämpft SOS-Kinderdorf bis heute. Zahlreiche Kinder verloren bei der Katastrohe ihre Eltern. Aus diesem Grund nahm SOS-Kinderdorf bereits 1987 in Bhopal die Arbeit auf und baute hier ein SOS-Kinderdorf, in dem viele verlassene Kinder nach dem Chemie-Unfall ein neues Zuhause fanden.
Auch heute noch leiden viele Kinder an den Folgen des Unfalls, sie sind geistig und körperlich behindert. Für diese und auch andere behinderte Kinder, eröffnete SOS-Kinderdorf 2006 in der Nähe von Bhopal ein SOS-Kinderdorf in Khajuri Kalan, welches mit Spenden aus der Schweiz finanziert wurde. Dieses SOS-Kinderdorf ist auf die speziellen Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet und bietet ihnen die Möglichkeit ihre Fähigkeiten zu entwickeln und ein menschenwürdiges Leben zu führen. Das SOS-Kinderdorf ist auch deswegen nötig, da in Indien behinderte Menschen nur sehr unzureichend betreut werden.