SOS-Kinderdorf Haiti ist bereit für die Aufnahme hunderter Kinder 

21/01/2010 - In Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen macht sich SOS-Kinderdorf Haiti bereit für die provisorische Betreuung von hunderten von Kindern. Nothilfeteams arbeiten an der Wiedereröffnung mehrerer SOS-Sozialzentren um Kindern und Familien mit dem Nötigsten versorgen zu können.
Foto: SOS-Archiv
Die Nothilfeteams von SOS-Kinderdorf arbeiten eng mit anderen Organisationen zusammen - Foto: SOS-Archiv

Einen Tag nach dem erneuten schweren Beben in Haiti, das zwar erneut Panik und Chaos, zum Glück aber keine weiteren Schäden an SOS-Einrichtungen verursachte, macht die internationale Nothilfearbeit von SOS-Kinderdorf spürbare Fortschritte.

In Anbetracht der nach wie vor steigenden Zahl der Todesopfer ist die aktive Suche nach Kindern ohne Begleitung von Erwachsenen nun oberstes Gebot. Viele haben ihre Familie in dem Chaos unmittelbar nach dem Erdbeben aus den Augen verloren, manche sind die einzigen Überlebenden ihrer Familie. Um die möglichst rasche Identifizierung, Registrierung und Aufnahme dieser völlig schutzlosen Kinder in provisorische Betreuung sicherzustellen, ist die enge Zusammenarbeit mit anderen Organisationen unerlässlich. Zu diesem Zweck nimmt SOS Kinderdorf heute an einem Treffen mehrerer Organisationen teil, bei dem auch die Vereinten Nationen und das haitianische Innenministerium vertreten sein werden.

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Heute wird eine weitere Lieferung mit Hilfsgütern aus der Dominikanischen Republik erwartet - Foto: SOS-Archiv

Die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in Santo bietet Platz für die provisorische Betreuung hunderter unbegleiteter Kinder. Ein Bauteam aus der Dominikanischen Republik ist damit beauftragt worden, die Einrichtungen der Schule an deren vorübergehenden neuen Zweck anzupassen, d.h. eine Küche, einen Speisesaal und zusätzliche Toiletten einzurichten. Die ersten Kinder werden heute erwartet, SOS-Kinderdorfmütter im Ruhestand und andere Mitarbeiter werden die Kinder betreuen.

Wie unsere Kontaktperson vor Ort, Georg Willeit, berichtete, versammeln sich täglich schon sehr früh am Morgen hunderte Familien vor dem SOS-Kinderdorf in Santo, die von den SOS-Mitarbeitern mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und vor allem Wasser versorgt werden.

Ein weiteres dringendes Bedürfnis ist es, die Familien der SOS-Förderprogramme in den umliegenden Gemeinden mit Lebensmitteln zu versorgen. Viele dieser Familien haben Todesfälle in der unmittelbaren Familie und in der Verwandschaft zu beklagen. Um die Versorgung mit dem Nötigsten zu ermöglichen wurden bereits sechs der insgesamt 16 Sozialzentren, die SOS-Kinderdorf betreibt, wiedereröffnet - die anderen werden noch auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft.

All diese Tätigkeiten sind natürlich auf ein zuverlässiges Versorgungsnetz angewiesen. Zusätzlich zu den haitianischen Mitarbeitern von SOS-Kinderdorf wurden zahlreiche Mitarbeiter mit reichlich Erfahrung im Umgang mit Notsituationen aus anderen Ländern eingeflogen. Ihre Aufgabe ist es, einen reibungslosen Ablauf der Nothilfearbeit zu gewährleisten - sowohl im Katastrophengebiet selbst als auch durch die logistische Abwicklung des Nachschubs aus der Dominikanischen Republik. Zusätzlich zur Hilfsgüterlieferung aus der Luft, die vor allem technische und medizinische Güter brachte, wird heute ein weiterer LKW mit Baumaterial, Medikamenten, Trinkwasser und Nahrungsmitteln in Haiti erwartet.

Helfen Sie mit, unterstützen Sie die Nothilfe von SOS-Kinderdorf mit einer Spende.

 

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