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| SOS-Kinderdorf trauert um Abukar Abdullahi Bazi - Foto: SOS-Archiv |
Ahmed Ibrahim, Leiter von SOS-Kinderdorf Somalia, der sich zurzeit in Mogadischu aufhält, berichtet: "Dieser 26. November ist für uns ein schrecklicher Tag, nicht nur für die Angehörigen von Abukar Bazi, sondern für ganz SOS-Kinderdorf in Mogadischu. Um ca. 15.45 Uhr ostafrikanischer Zeit eröffneten bewaffnete Männer mit automatischen Gewehren das Feuer auf ein ziviles Fahrzeug, in dem sich drei Angestellte der SOS-Klinik - ein Arzt und zwei Krankenpfleger - auf dem Heimweg befanden. Abukar Adullahi Bazi wurde dabei so schwer verletzt, dass er noch während der Fahrt ins Krankenhaus verstarb.
Abukar Bazi hat seit Februar 1991 als Pflegeleiter in unserer Klinik gearbeitet und war auch aktives Mitglied des Klinikmanagements. In all diesen gemeinsamen Jahren zeigte er grosses Engagement und viel Mut. Er war seiner Arbeit tief verbunden und setzte sich sehr für die armen Frauen ein, die auf medizinische Hilfe angewiesen waren. Abukar Bazi war auch eine der stärksten Befürworter, als es um die Entscheidung ging, unsere medizinischen Einrichtungen im März dieses Jahres wieder aufzumachen. Er hinterlässt seine Frau und acht Kinder. Im Namen von SOS-Kinderdorf Somalia, im Namen aller Kinder, Mütter, Jugendlichen und Mitarbeiter gilt unser tiefes Mitgefühl seiner Familie und seinen Kollegen und Kolleginnen in der SOS-Klinik. In dieser schwierigen Situation gilt es nun vor allem, seiner Familie beizustehen und sie zu unterstützen, wo immer sie es braucht."
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| Seit 1991 hat Abukar Bazi in der SOS-Klinik mitgearbeitet - Foto: SOS-Archiv |
Ahmed Ibrahim berichtet von einem weiteren Mitarbeiter, der am 25. November in einer ähnlichen Situation verletzt wurde. Yusuf Abdullahi Nur, ein Pflegehelfer, befand sich ebenfalls am Heimweg, als er durch zwei Schüsse am Bein schwer verletzt wurde. Er wurde sofort in die SOS-Klinik gebracht und dort operiert. Ironischerweise war es Abukar Bazi, der SOS-Kinderdorf-Leiter Ahmed Ibrahim über diesen Vorfall informierte.
Trotz dieser Gewaltakte ist nicht anzunehmen, dass es sich um geplante Aktionen gegen SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter handelt. Die gefährliche Lage in Mogadischu lässt eher den Schluss zu, dass beide unglücklicherweise zur falschen Zeit am falschen Ort waren beziehungsweise dass die Wahrscheinlichkeit, in Mogadischu unverschuldet in einen Schusswechsel zu geraten, extrem hoch ist. Hilfsorganisationen berichteten vergangene Woche, dass allein in diesem Jahr bisher 24 Mitarbeiter, davon 20 somalischer Herkunft, getötet wurden (darunter auch SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter) und mehr als 100 Angriffe auf Hilfsorganisationen bekannt sind.
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Das SOS-Kinderdorf in Mogadischu wurde 1987 in Betrieb genommen, zwei Jahre später folgten die SOS-Mutter-Kind-Klinik und die Notfallstation für Kinder. Die SOS-Klinik - die einzige ihrer Art in Mogadischu, in der Patienten kostenlos behandelt werden - ist eine der wichtigsten medizinischen Anlaufstellen für die Bevölkerung der Stadt und auch aus dem Umland. Das SOS-Kinderdorf musste vor rund einem Jahr aus Sicherheitsgründen evakuiert werden, seither leben die Kinder mit ihren SOS-Müttern in anderen Stadtteilen. Auch die Klinik musste in den vergangenen zwölf Monaten immer wieder zusperren, wurde aber trotz der schwierigen Sicherheitslage jedes Mal wieder geöffnet, um der leidenden Zivilbevölkerung helfen zu können.