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| Wehrlose brauchen besonderen Schutz - Foto: S. Kaul |
Am 18. August trat der Fluss Kosi in Nepal über seine Ufer, überschwemmte zahlreiche bewohnte Gebiete und zerstörte auf seinem Weg Häuser und Ernten. Nachdem er seinen Verlauf geändert hatte, traf Bihar in Indien dasselbe Schicksal, und zahllose Menschen mussten, oft mit sehr geringer Vorwarnung, ihre Häuser nur mit dem Allernötigsten ausgestattet, fluchtartig verlassen. Der 69-Jährige Gopal hat sein Haus und seine Ernte an den Fluss verloren, seine grösste Sorge war aber seine hochschwangere Tochter, die so schnell wie möglich medizinische Versorgung brauchte. Nach ein paar Tagen auf der Flucht fand Gopal ein Nothilfelager der Regierung, die Einrichtung war allerdings unzulänglich.
Obgleich der Wasserstand nach und nach zurückgeht sind 2.541 Dörfer so gut wie zerstört worden, und 300.000 Menschen in 342 Nothilfelagern in 17 betroffenen Distrikten sind nach wie vor auf fremde Hilfe angewiesen. Vielen dieser Lager stehen aber nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung, weshalb viele Menschen sich auf die Suche nach besseren Bedingungen machen. Gerade schwangere Frauen suchen verzweifelt nach angemessener medizinischer Versorgung, und nach Meinung von Siddhartha Kaul, Continental Director von SOS-Kinderdorf in Asien, hat der gute Ruf von SOS-Kinderdorf dazu geführt, dass viele von ihnen Nothilfelager von SOS aufsuchen. Gopals Tochter war eine von ihnen. Noch bevor Mitarbeiter vom nahe gelegenen SOS Kinderdorf Nothilfelager von Adarsh Madhya Vidyalaya (Adarsh Mittelschule) in Purnia herbeeilen konnten, um ihr zu helfen, gebar sie am Strassenrand eine Tochter. Im Lager wurde sie, zusammen mit weiteren 25 werdenden Müttern, die sich bereits dort befanden, sofort medizinisch versorgt.
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| Medizinisches Versorgungsteam im Nothifelager Bihar - Foto: S. Kaul |
Insgesamt bekommen derzeit 1.745 Menschen in den drei Nothilfelagern von SOS-Kinderdorf, die in den von der Flut betroffenen Gebieten eingerichtet worden sind, Unterkunft, Verpflegung und Kleidung; des weiteren stehen ihnen angemessene sanitäre und medizinische Einrichtungen zur Verfügung. Zwei der Lager sind in Schulgebäuden in Belouri, Purnia eingerichtet worden; das jüngste Lager ist jenes in Baharia im Distrikt Araria. Es versorgt derzeit 315 Menschen aus 79 Familien, die allesamt aus dem zerstörten Dorf Kalabadhua stammen.