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| Unbegleitete Kinder brauchen besonderen Schutz - Foto: P. Wittmann |
Die massiven Ausschreitungen nach den Präsidentschaftswahlen im Dezember haben in Kenia eine Massenflucht ausgelöst und hunderte Todesopfer gefordert. Zahlreiche Kinder haben dabei ihre Eltern verloren bzw. wurden von ihren Familien getrennt. Rund 500.000 Menschen sind vor der Gewalt geflohen. Die Hauptkrisengebiete sind Nairobi, Küstenregionen und das Rift Valley. SOS-Kinderdorf startet nun im Einzugsbereich seiner Einrichtungen in Nairobi, Eldoret und Mombasa für rund 2.000 Menschen Nothilfemaßnahmen.
Allein in Eldoret, Schauplatz eines Massakers in einer Kirche, halten sich zurzeit über 4.000 Flüchtlinge auf, darunter 33 Waisenkinder im Alter zwischen zwei und 17 Jahren; weitere 26 Kinder sind im Chaos von ihren Familien getrennt worden.
Wie SOS-Kinderdorf hilft
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| Im SOS-Sozialzentrum in Nairobi - Foto: K. Snozzi |
Insgesamt 2.000 Flüchtlingsfamilien, darunter vorrangig allein stehende Frauen mit Kindern, erhalten Hilfsgüter (Nahrungsmittel, Zeltplanen, Decken, Kleidung, Kochgeschirr, Hygieneartikel etc.). Parallel zur materiellen Versorgung werden Familien mit schwer traumatisierten Kindern in den Flüchtlingscamps psychologisch betreut.
Schwerpunkt in der Nothilfe ist die Betreuung von unbegleiteten Flüchtlingskindern. Die SOS-Kinderdörfer in Nairobi, Eldoret und Mombasa können vorübergehend Kinder aufnehmen, bis ihre Familien ausfindig gemacht werden. Sollte es nicht möglich sein, Kinder wieder mit ihren Familien zusammenzuführen, könnten Kinder auch langfristig aufgenommen werden. Gestern wurden im SOS-Kinderdorf in Nairobi bereits 45 unbegleitete Kinder temporär untergebracht.
Sämtliche Nothilfemaßnahmen werden in Zusammenarbeit mit dem kenianischen Roten Kreuz und anderen Hilfsorganisationen durchgeführt.
Das Hilfsprogramm ist auf vorerst sechs Monate anberaumt. Falls erforderlich, kann die Nothilfe langfristig durch Familienförderprogramme abgelöst werden.