SOS-Kinderdorf bietet unbegleiteten Kindern im nördlichen Sri Lanka Zuflucht 

1/09/09 - Seit 19. August gibt das temporäre SOS-Kinderdorf Betreuungsprojekt in Chettikulum, im vom Krieg verwüsteten nördlichen Teil Sri Lankas, 161 unbegleiteten Kindern Zuflucht.
SOS-Archiv
Ministerin Jayasena und andere Gäste wurden von den Kindern selbst ins Dorf geführt - Foto: SOS-Archiv

Die Eröffnung des temporären Betreuungszentrums durch Sumedha G. Jayasena, Sri Lankas Ministerin für Kindesentwicklung und Frauenempowerment fand in Gegenwart zahlreicher Honoratioren und Ehrengäste statt. Unter all den Eindrücken aus der Zufluchtsstätte erinnert sich Divakar Ratnadurai von SOS-Kinderdorf Sri Lanka besonders gern an einen Pulk von Kindern, die vollkommen verzückt zusahen, wie der erste Spielplatz im Lager errichtet wurde.

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Die Kinder bekommen hier die Fürsorge, die vielen von ihnen schon seit Langem fehlt - Foto: SOS-Archiv

Das wichtigste Anliegen ist, ein Umfeld zu bieten in dem sich die Kinder sicher fühlen und ohne Angst vor dem Konflikt aufwachsen können, der noch immer im Land tobt. Die 71 Jungen und 90 Mädchen werden umfassend betreut. Sie bekommen genügend Nahrung und psychologische Betreuung um die traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten, die viele von ihnen durchlebt haben. Außerdem werden staatliche Ärzteteams die  Einrichtung besuchen und den Kindern beibringen, wie sie auf ihre Gesundheit achten können. 

Aber das ist noch lange nicht alles: "Wir unternehmen alles was in unserer Macht steht, um die Kinder mit ihren Familien wieder zu vereinigen. Das Jugendamt ist unser Partner in dieser schwierigen Aufgabe", erzählt Divakar Ratnadurai.

Sollte es innerhalb eines gewissen Zeitrahmens nicht gelingen, die Familiensituation zu klären und sollte die Familie eines Kindes (noch) nicht wieder zusammengeführt werden können, werden die Kinder vorübergehend im SOS-Kinderdorf Nuwara Eliya untergebracht. Nuwara Eliya liegt in einer von Tamilen besiedelten Region, wodurch die sprachliche und kulturelle Integration erleichtert wird. Im Bedarfsfall könnte ein zusätzliches Gebäude angemietet werden, um Waisen und Kindern, die ohne den Schutz ihrer Familie leben, ein Zuhause geben zu können. 

Auf Grund der starken Regenfälle, die das Leben in den angrenzenden Flüchtlingslagern sehr erschwert hatten, hatten viele Flüchtlinge in der noch nicht eröffneten SOS-Kinderdorf-Einrichtung Zuflucht gesucht, als ihre Lager unter Wasser standen. Als die Kinder kamen, kehrten aber alle in ihre eigenen Lager zurück.

Momentan leben beinahe 300.000 Menschen in staatlichen Flüchtlingslagern, den sogenannten "welfare villages". Sie alle wurden durch den Kampf zwischen den Regierungstruppen und den Tamil-Tiger-Rebellen aus ihrem Zuhause vertrieben.

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