Durch Tsunami zerstörte Schule von SOS-Kinderdorf Sri Lanka wieder aufgebaut  

21/01/2009 - Am 5. Januar wurde die Al Misbah-Schule an der Ostküste von Sri Lanka in einem großen Festakt feierlich eröffnet. Die Schule wurde bei der Tsunami-Katastrophe Ende 2004 völlig zerstört und von SOS-Kinderdorf Sri Lanka komplett neu errichtet. Der Bau der Schule mit einer Kapazität für 1.500 Schüler(innen) wurde vorwiegend mit Spenden aus europäischen Ländern finanziert.
Foto: SOS-Archiv
Farbenfrohe Tanzdarbietungen der Schülerinnen bei der Eröffnungsfeier
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"Wir sind überglücklich, dass die Schule wieder steht! Nach dem Tsunami haben wir eigentlich keine Hoffnung mehr gehabt. Seit damals war es nahezu unmöglich, die Kinder in dieser Region ordentlich zu unterrichten. Diese krisengeschüttelte Region hat SOS-Kinderdorf wirklich viel zu verdanken, weil die Organisation dieses Mammutunterfangen in die Hand genommen und in die Region investiert hat", sagte ein prominenter Gemeindevertreter bei den Eröffnungsfeierlichkeiten.

Die Schule liegt in Kalmunai, einem Ort 45 km südlich von Batticaloa und 300 km östlich der Hauptstadt Colombo - mitten in den Konfliktzonen an der Ostküste Sri Lankas. Die Tsunami-Katastrophe hat die Entwicklungschancen dieser Gebiete, die vom jahrelangen Bürgerkrieg gezeichnet sind, zusätzlich geschwächt. Im Ampara-Bezirk, zu dem Kalmunai gehört, kamen mehr als 10.000 Menschen in den Flutwellen ums Leben, ein Drittel der Gesamtopferzahl von Sri Lanka.

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Präsident Helmut Kutin überreicht einem Schüler eine Auszeichnung - Foto: SOS-Archiv

Sumedha G. Jayasena, die Ministerin für Kinderbelange und Frauenförderung, nahm im Beisein von SOS-Kinderdorf-Präsident Helmut Kutin und zahlreicher weiterer Vertreter von SOS-Kinderdorf die offizielle Eröffnung vor. Über 2.000 Gäste, die meisten davon Eltern der Schüler(innen) der Al Misbah-Schule, wohnten den Feierlichkeiten bei. Ministerin Jayasena dankte SOS-Kinderdorf dafür, die Zukunft der Kinder von Sri Lanka zu sichern, indem auf Bildung gesetzt wird.

Während die neue Schule im Entstehen war, wurde der Unterricht in Provisorien abgehalten. "In diesen Räumen zu sitzen war wirklich hart. An den Nachmittagen wurde es immer so heiss, dass kein ordentlicher Unterricht mehr möglich war. Kunst und Handwerken wurden in dieser ganzen Zeit überhaupt nicht unterrichtet", erzählt ein Schüler rückblickend.

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Mühsamer Unterricht in den provisorischen Klassen über viele Monate - Foto: SOS-Archiv
Heute kann der Unterricht wieder reibungslos abgehalten werden - in insgesamt 58 Klassenräumen. Die gesamte Innenausstattung der Schule wurde ebenfalls von SOS-Kinderdorf finanziert. Neben den Klassenzimmern gibt es ein Verwaltungsbüro, ein Lehrerzimmer, ein Labor, eine Bücherei, einen Multimediaraum, einen Raum für Sprechstunden und Beratung, ein Spielzimmer, einen Computerraum, einen Raum für landwirtschaftliche Fächer und vieles mehr.

Die Al Misbah-Schule hat im Jahr 1954 mit 57 Schülern angefangen, heute können bis zu 1.500 aufgenommen werden. Für die lokale Bevölkerung hat die Schule eine grosse emotionale Bedeutung, denn viele Eltern, deren Kinder heute die Schule besuchen, sind Absolvent(inn)en der Al Misbah-Schule.

Als die Flutwellen am 26. Dezember 2004 auf die Küste von Sri Lanka trafen, war in Kalmunai gerade Unterricht. Fast der gesamte Gebäudekomplex wurde zerstört, 106 Schüler(innen) fanden in den Wassermassen den Tod.

Keine der NGOs, die nach dem Tsunami in der Region im Hilfseinsatz waren, wollte wegen der grossen logistischen und finanziellen Herausforderungen den Wiederaufbau der Schule übernehmen. Auf Ansuchen der Regierung hat SOS-Kinderdorf schliesslich das Projekt übernommen, das erst 2006 in Planung ging. Im Januar 2007 konnte schliesslich der Grundstein gelegt werden, im November 2008 wurde die Schule an die Gemeinde übergeben.

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