Inzwischen wurden die Rebellen aus der Stadt vertrieben und die Lage in Malakal hat sich wieder entspannt. SOS-Dorfleiter Alwock Dok konnte zusammen mit Blauhelmen der UN-Mission im Sudan (UNMIS) wieder in das evakuierte Kinderdorf zurückkehren. UN-Soldaten sichern das Gelände und suchen Häuser und Grundstück nach zurückgelassenen Waffen, Munition oder Blindgängern ab. Durch die Kämpfe wurden zwei Familienhäuser nahezu zerstört, viele Gebrauchsgegenstände der Familien wurden gestohlen oder sind verbrannt.
Seelische Wunden nach den traumatischen Erlebnissen
Durch die rechtzeitige Evakuierung des SOS-Kinderdorfs konnten alle 103 Kinder unverletzt mit ihren Müttern und SOS-Betreuern in Sicherheit gebracht werden. Dennoch besteht die Sorge, dass die Mädchen und Jungen durch das gewaltsame Eindringen der Rebellen in das Dorf schwer traumatisiert wurden.
"Viele unserer Kinder haben bereits in der Vergangenheit schlimme Erfahrungen mit Gewalt durchgemacht", sagt Alwock Dok, "wir möchten vermeiden, dass die Erlebnisse der vergangenen Tage ihnen zusätzliches emotionales Leid bescheren und am Ende ernsthafte psychische Schäden verursachen." Deshalb untersuchen SOS-Psychologen die Kinder und leiten Therapien ein.
Lage im Süd-Sudan spitzt sich zu
Unterdessen spitzt sich die Lage im Süd-Sudan weiter zu. Nach der jüngsten Welle der Gewalt brachen die Vertreter des Süd-Sudans die Verhandlungen mit der Regierung in Khartum ab. USA, Grossbritannien und Norwegen, die das Friedensabkommen von 2005 überwachen, äusserten sich deshalb in einer gemeinsamen Erklärung vom 16. März tief besorgt. Sie riefen dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und die Gespräche zur Sezession des Südens fortzusetzen.