Vulkanausbruch: Ein SOS-Helfer berichtet  

11.11.2010 - Der Vulkan Merapi in Indonesien kommt nicht zur Ruhe. Fast täglich spuckt er heisse Aschewolken aus, schleudert Gestein in seine Umgebung und bedroht zehntausende von Menschenleben. Nothilfecamps von SOS-Kinderdorf bieten Schutz und Zuflucht für 6000 Kinder und Mütter.

In Sicherheit: SOS-Notcamps haben 6000 Kinder und Mütter aufgenommen, die vor dem Ascheregen und giftigen Gasen aus ihren Häuser
In Sicherheit: SOS-Notcamps haben 6000 Kinder und Mütter aufgenommen, die vor dem Ascheregen und giftigen Gasen aus ihren Häusern fliehen mussten.
Bislang sind rund 200 Menschen getötet worden, aber viele werden noch vermisst. In der Umgebung des wütenden Berges herrscht das Chaos. Das normale Leben ist völlig zusammengebrochen. Ein indonesischer Helfer von SOS-Kinderdorf,  Sri Subekti, musste erst kürzlich einen der Ausbrüche miterleben, als er vor Ort für SOS-Kinderdörfer helfen wollte. Hier sein Bericht:

"Wir waren unterwegs für die SOS-Familienhilfe in dem Dorf Glagaharjo, als es am Nachmittag zu regnen begann. Plötzlich, gegen 15 Uhr, viel der gesammte Strohm aus. Als wir auf die Strasse gingen, um nachzusehen, was los war, kam ein Mann auf uns zu und rief: ‚Der Merapi ist ausgebrochen‘. Wir schauten auf den Vulkan und waren schockiert von den grossen Aschewolken, die er in die Luft schleuderte.  Dann rief uns jemand zu, wir sollten so schnell wie möglich hier verschwinden.

Überall um uns herum flohen die Menschen. Ich sah Mütter mit ihren Kindern auf dem Arm rennen und alte Frauen, die hinfielen. Ich sprang auf einen Laster und half einer alten Dame hinaufzukommen. Der Laster brachte uns ins Gemeindehaus. Man sagte, hier sei es noch am sichersten.

Hunderte SOS-Helfer sind im Einsatz
Hunderte SOS-Helfer sind im Einsatz
Im Gemeindehaus waren viele Menschen, viele standen unter Schock. Eine 17-Jährige schrie hysterisch. Ich kümmerte mich um sie und suchte ihre Familie. Dann kam ein Mann herein, der eine alte Frau trug. Ihr ganzer Körper war bedeckt mit grauer Asche und sie hatte Schwierigkeiten mit dem  Atmen. Ich versuchte sie zu beruhigen und wartete bei ihr, bis Angehörige eintrafen. Ich konnte einen Medizinstudenten finden, der Erste Hilfe leistete. Vor dem Gemeindehaus sah ich ein Auto und konnte es mir nach einigem Hin und Her ausleihen, um die alte Frau und das schreiende Mädchen ins nächstgelegene Krankenhaus zu bringen."

SOS richtet elf Nothilfecamps ein

SOS-Kinderdorf hat nach den dauernden Ausbrüchen des Merapi elf neue Nothilfecamps rund um den Vulkan eingerichtet. Dort wurden bisher rund 6000 Kinder und Mütter aufgenommen, die vor dem Ascheregen und giftigen Gasen aus ihren Häusern fliehen mussten.  In den Camps kümmern sich hunderte  Helfer von SOS-Kinderdörfer um das leibliche und seelische Wohl der Obdachlosen.

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