
Dr. Ernst Walch wurde von SOS-Kinderdorf als Redner eingeladen, da er als ehemaliger Aussenminister Liechtensteins auf verschiedenen Ebenen Einblick in die Entwicklungszusammenarbeit hatte. Aus seinen Erfahrungen zog Walch zwei wesentliche Erkenntnisse: Entwicklungsprojekte funktionieren auf privater Ebene häufig besser als auf nationaler und internationaler und Initiativen entwickeln sich besser, wenn man persönlich vor Ort ist und mit lokalen Organisationen zusammenarbeitet.
Auch aus diesem Grund vertritt Walch zur Zeit eine Stiftung, welche den Aufbau eines SOS-Kinderdorfs mit angeschlossenen Sozialzentrum in Cartagena in Kolumbien finanziert. Auch hier überzeugte sich Walch bei einem Vor-Ort-Besuch in diesem Frühling von den Fortschritten des Projekts.
In seinem Vortrag scheute sich Walch nicht, die internationale Entwicklungszusammenarbeit zu kritisieren. So erinnerte er sich an eine UNO-Konferenz in Monterrey in Mexiko über finanzielle Entwicklungshilfe, welche ohne konkrete Zielformulierungen endete. "Ein Grundsatz der Entwicklungszusammenarbeit lautet: Wenn du jemandem helfen willst, dann gib ihm nicht einen Fisch, sondern lehre ihn zu fischen", sagte Walch. "Nach jener Konferenz hätte man aber den Satz mit "und gib ihm einen Platz am Teich" erweitern müssen. Diesen Gedanken wollte kein Vertreter der internationalen Politik aufgreifen".
Hier finden Sie einen kurzen Video-Bericht und eine Bildergalerie des Liechtensteiner Volksblattes zum Anlass.