Allgemeine Informationen über Äthiopien 

Landschaft

Äthiopien ist das höchstgelegene Land des tropischen Afrika. 50% seiner Fläche liegen über 1200 m, weitere 25% des Landes sogar über 1800 m. Das Landesinnere wird vom Äthiopischen Hochland bestimmt, das von Nordost nach Südwest von einem Teil des Ostafrikanischen Grabensystems durchzogen wird. Seit der Abspaltung Eritreas 1993 hat Äthiopien keinen direkten Zugang zur Küste mehr.

Klima

In der tropisch heissen Zone, die unterhalb von 1800 m liegt, herrscht eine Jahrestemperatur von etwa 27°C. Die warmgemässigte Zone, zu welcher der grösste Teil der Hochebene gehört und die zwischen 1800 und 2500 m über dem Meeresspiegel liegt, hat eine durchschnittliche Jahrestemperatur von 22 C.

Fauna und Flora

Die flachen Gebiete der tropischen Zone sind spärlich mit Wüstensträuchern, Dornbüschen und rauen Savannengräsern bewachsen, die Täler und Schluchten sind mit üppiger Vegetation bedeckt, die gemässigte Zone ist überwiegend von Grasland gekennzeichnet. Auf den höchsten Hanglagen gibt es alpine Vegetation, ab 3900 m Felswüste.

In Äthiopien sind Giraffen, Leoparden, Nilpferde, Löwen, Elefanten, Antilopen, Nashörner, Luchse, Schakale, Hyänen und zahlreiche Affenarten beheimatet.

Geschichte und Politik

Fossile Funde menschlicher Überreste weisen darauf hin, dass die Wüstengebiete Äthiopiens schon vor fast sechs Millionen Jahren besiedelt waren. Die Verbreitung des  christlichen Glaubens führte im 4. Jahrhundert zur Entstehung eines Feudalsystems.

1906 brachte Italien das Gebiet des heutigen Eritrea und der südlichen Küstenregion Somalias im Tausch gegen Handelsvorteile für Abessinien unter seine Kontrolle. 1936 besetzte Mussolini das Land bis 1941.

Nach Mussolinis Sturz erhielt Grossbritannien die Kontrolle über das Land. 1948 erlangte Äthiopien die Unabhängigkeit und 1962 annektierte Kaiser Haile Selassie Eritrea und löste damit einen mehrere Jahrzehnte andauernden Krieg aus. 1974 wurde Haile Selassie durch einen Militärputsch gestürzt und die Monarchie abgeschafft.

1986 brach ein Bürgerkrieg aus, der im Jahre 1993 zur Anerkennung der Unabhängigkeit Eritreas führte. Bereits 1998 kam es wieder zu Grenzstreitigkeiten zwischen Äthiopien und Eritrea, die 1999 zum Krieg führten welcher 2000 mit einem Friedensvertrag beendet wurde.

Wirtschaft

Äthiopien gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Etwa drei Viertel aller Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Die wichtigsten Anbauprodukte sind Gerste, Mais, Sorghum (Süsshirse) und Zuckerrohr. Ausserdem werden Rinder, Schafe und Ziegen gehalten. Wichtige Exporterzeugnisse sind Kaffee und Tierhäute. Die Produktivität des Agrarsektors wird durch häufig wiederkehrende Dürreperioden eingeschränkt.

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