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Äthiopien ist ein Land, das aus Gegensätzen besteht. Da ist einerseits die stolze Vergangenheit eines der ältesten Staaten der Welt, der nie kolonialisiert worden ist. Andererseits zählt Äthiopien mit seinen über 80 Millionen Einwohnern zu den ärmsten Staaten der Welt. Die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, und in der Hauptstadt Addis Abeba hausen 70 Prozent der Menschen in Slums. Nur 42 Prozent der Äthiopier können lesen und schreiben.
Unter Armut leiden vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen, die nicht selbst für ihr Auskommen sorgen können. Gemäss Angaben der WHO ist heute jedes zweite Kind in Äthiopien mangelernährt oder leidet an ernährungsbedingten Wachstumshemmungen.
Besonders Waisenkinder sind betroffen
Waisenkinder sind in Äthiopien besonders gefährdet, da sie keinen Schutz eines familiären Umfeldes haben und auf der Strasse leben müssen. Ohne Unterstützung der Gemeinden und Behörden sind sie gezwungen ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten – meist auf der Strasse. Zwar existieren auf nationaler und regionaler Ebene Gesetze zum Schutz von Waisenkindern, doch werden diese kaum umgesetzt.
Immer mehr Aidswaisen
Neben der Armut ist Aids eines der grössten Probleme des Landes. Laut Unaids, der Aidsorganisation der Uno, sind über 1,3 Millionen Menschen HIV-infiziert, doch weniger als zehn Prozent wissen dies. Waren früher vor allem die Hungerkatastrophen und der lange Krieg mit Eritrea die Hauptgründe für die Zunahme der Waisenkinder, ist dies heute Aids: 800‘000 Kinder haben beide Elternteile wegen Aids verloren, ein Viertel der Babys, deren Mütter HIV-infiziert sind, werden bei der Geburt angesteckt.
Mädchen sind gefärdet
Mädchen sind in Äthiopien besonders gefährdet. Zusätzlich zu den familiären Verantwortungen, wie Hausarbeiten oder dass Sie oft für ihre Geschwister aufkommen müssen, sind sie körperlichen und sexuellen Missbräuchen ausgesetzt. Mädchen sind zudem öfter gezwungen bereits früh die Schule abzubrechen oder ihnen wird der Zugang zu Bildung komplett verwehrt.
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