Hilfe für in Not geratene Mütter 

Mit seinen Familienstärkungsprogrammen unterstützt SOS-Kinderdorf welteit tausende in Not geratene Mütter, welche aus gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht mehr alleine für ihre Kinder sorgen könnten. Eine dieser Mütter in Not ist die 36-jährige Loecadie mit ihren drei Kindern aus Benin.

Leocadie und ihre drei Töchter sind glücklich über ihr neues Haus
Die Mutter konnte ihre Not überwinden: Leocadie und ihre drei Töchter sind glücklich über ihr neues Haus.
Die 35-jährige Leocadie und ihre Töchter Pelagie (8), Valerie (6) und Carina (5) leben in einem hübschen, stabilen Haus in Tokpa Zoungo, einer Stadt nahe des SOS-Kinderdorfs Abomey-Calavi. Das ist in dieser Region im Süden Benins nicht selbstverständlich – Armut und Gesundheitsprobleme sind allgegenwärtig. Noch vor ein paar Jahren musste die Mutter grosse Not leiden.

Dank dem SOS-Familienstärkungsprogramm (FSP) in Abomey-Calavi konnte Leocadie aus dem Kreislauf von Not, Armut, Krankheit und Hoffnungslosigkeit ausbrechen, in den die junge Mutter durch den Tod ihres Mannes gerutscht war. Die Familie war früher gut zu recht gekommen. Ihr Ehemann arbeitete in einem lokalen Betrieb, und Leocadie verdiente durch den Verkauf von Reis und Bohnen etwas dazu.

Die Not der Mutter nach dem Tod ihres Mannes

2003 änderte sich die Situation jedoch dramatisch: «Mein Mann starb ein paar Monate nach der Geburt unseres dritten Kindes an Fieber», erzählt Leocadie. Die einzige nahe Verwandte war ihre Grossmutter, eine gebrechliche, alte Frau. «Das erste Jahr nach dem Tod meines Mannes war sehr schwierig. Ich hatte nicht einmal genug Essen für mich und meine Kinder», erzählt Leocadie. Ihre Kleinste, Carina, war ständig krank, doch für die Behandlung fehlte der Mutter das Geld.

Lange lebte die Familie in einer wackeligen Unterkunft aus Wellblech, Supermarktverpackungen und Recycling-Material. Leocadie, ihre Grossmutter und die drei Mädchen teilten sich einen einzigen Raum; die Toilette befand sich ausserhalb und wurde auch von den Nachbarn benutzt. Als das SOS-Familienstärkungsprogramm in Abomey-Calavi startete, war Leocadie eine der ersten Mütter in Not welche hier unterstützt wurden. Zuerst wurde die Familie mit dem Nötigsten versorgt, danach ging es an den Bau des Hauses, das «einen Neubeginn für mich und meine Kinder bedeutete», wie Leocadie sagt.

Müttern aus der Not heraushelfen

Das Familienstärkungsprogramm unterstützt Leocadies Familie auch mit Essenspaketen, Zugang zu medizinischer Versorgung sowie dem Schulgeld für die Mädchen. Langfristiges Ziel des FSP ist es aber, der Mutter aus ihrer Not herauszuhelfen und zu finanzieller Unabhängigkeit zu verhelfen. Leocadie erhielt einen Mikrokredit, damit sie sich eine Einkommensquelle aufbauen kann. Sie begann, Akassa (vergorener Maisbrei) mit frittiertem Fisch zu verkaufen, eines der beliebtesten lokalen Gerichte. Ihr Geschäft geht gut, und sie schmiedet bereits Pläne für den Ausbau ihrer Unternehmungen.

Leocadie ist nur eine von tausenden Müttern, welche SOS-Kinderdorf aus ihrer Not herausgeholfen hat. Weltweit ist es das Ziel der Familienstärkungsprogramme, Mütter in Not wieder so zu stärken, dass sie selbstständig ihre Kinder grossziehen und so der Not entrinnen können.

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