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| Die SOS-Kinderdorf-Mutter ist eine verlässliche Bezugsperson für die Kinder. |
Jedes Kind, das in ein SOS-Kinderdorf aufgenommen wird, lebt mit Geschwistern und seiner SOS-Kinderdorf-Mutter zusammen, die seine verlässliche Bezugsperson wird. Sie übernimmt stellvertretend die Aufgabe der leiblichen Eltern.
Die Kinderdorf-Mutter bezieht ein Gehalt, verfügt über ein Familienbudget und führt ihren Haushalt eigenverantwortlich. Sie wird von einer Familienhelferin unterstützt. Für den Beruf der Kinderdorf-Mutter sucht SOS-Kinderdorf Frauen, an deren Persönlichkeit und Lebensbewältigungsformen sich die Kinder orientieren können. Die SOS-Kinderdorf-Mutter gibt über die Beziehung, die sich zwischen dem einzelnen Kind und ihr entwickelt, einen Teil von sich selbst an die Kinder weiter. Gleichzeitig ist sie Fachfrau, die sich mittels ihres pädagogischen Wissens den Besonderheiten der Kinder und ihrer Lebensgeschichte annähert.
Sie ist mit ihrer Familie in die Gemeinschaft des SOS-Kinderdorfs eingebettet, findet darin Unterstützung und persönlichen Rückhalt und gestaltet ihrerseits die Dorfgemeinschaft mit. Die SOS-Kinderdorf-Mutter begleitet die Entwicklungsprozesse der Kinder und arbeitet dabei mit dem Dorfleiter und den anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Dorf zusammen.
Hermann Gmeiners Vision
Hermann Gmeiner, der Gründer von SOS-Kinderdorf, hatte von Anfang an die Vision, die SOS-Kinderdorf-Mutter zu einem eigenständigen Beruf zu machen: «Wir müssen den Beruf der SOS-Kinderdorf-Mutter attraktiv machen, im intellektuellen wie auch im spirituellen Sinn. Dazu müssen wir einen neuen Beruf für Frauen kreieren, so wie es den Beruf der Krankenschwester oder den des Sozialarbeiters gibt.» 1978 wurden international gültige Standards hinsichtlich Auswahl, Ausbildung und Unterstützungsangebote für SOS-Kinderdorf-Mütter eingeführt.
Die Aus- und Fortbildung der SOS-Kinderdorf-Mütter wird je nach kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten in jeder Region unterschiedlich organisiert. Wie auch immer sie organisiert ist – jede angehende SOS-Kinderdorf-Mutter absolviert eine zweijährige Grundausbildung. Diese besteht aus mindestens drei Monaten theoretischer und 21 Monaten praktischer Ausbildung in einem SOS-Kinderdorf. Ziel der Aus- und Weiterbildung ist, dass die SOS-Kinderdorf-Mutter ihre persönlichen wie fachlichen Fähigkeiten beständig weiterentwickelt, um die bestmögliche Betreuung der ihr anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten.