Rosita aus Bolivien hat im SOS-Kinderdorf ein neues Zuhause gefunden. Bei ihrer Freundin Roxana, die bei ihrer leiblichen Familie wohnt, sieht sie, dass sich das Familienleben im Kinderdorf kaum unterscheidet vom Familienleben ausserhalb des Dorfs. Hier beschreibt Rosita ihr Leben im Dorf gleich selber:
"Ich bin gern im SOS-Kinderdorf"
"Ich bin Rosita und 10 Jahre alt. Ich gehe in die erste Klasse der Sekundarschule im Ort unten. Wohnen tue ich im Haus 'Cenicienta' (Aschenputtel), wie das aus dem Märchen. Das klingt lustig, nicht? Alle Häuser im Dorf haben einen Namen - warum das so ist, kann ich allerdings nicht sagen. Ich bin schon ziemlich lange im Kinderdorf, seit ungefähr vier Jahren. Meine Familie mag ich sehr gerne, und das Kinderdorf ist cool. Also eigentlich ist hier alles ganz normal.
Die kleinen Kinder sind den ganzen Tag bei ihrer Mutter, die grösseren gehen in den Kindergarten hier im Dorf. Im Kindergarten sind auch viele Kinder vom Ort und aus der Umgebung, denn der Kindergarten ist für alle Kinder da. Und grosse Kinder wie ich, die gehen in die Schule. Meine beste Freundin, die Roxana, geht in meine Klasse und wohnt bei ihrer Familie unten im Ort. Wir treffen uns ziemlich oft. Entweder kommt sie zu mir ins Kinderdorf oder ich gehe zu ihr.
Im Kinderdorf kann man viel unternehmen, da immer einige Kinder unterwegs sind, mit denen man spielen kann. Und auch der Dorfleiter und sein Assistent und die Pädagogen sind immer für eine 'Unternehmung offen', wie sie sagen. Oft machen wir einen Ausflug, oder wir arbeiten an unserer SOS-Kinderdorf-Zeitung. Das ist super, weil ich sowieso mal Reporterin werden möchte.
Am Nachmittag gibt es für die Kinder, die in der Schule Mühe haben, eine Lernbetreuung. Da kann man immer nachfragen, oder man lernt zusammen auf eine Prüfung. Man kann aber auch mit der Mama lernen, kommt drauf an, was man lieber mag. Wenn wir nicht lernen müssen, dann malen wir oft. Oder wir tanzen - im Moment nämlich üben wir für den Karneval eine Tanzvorstellung ein, da sind dann viele Leute aus dem ganzen Ort eingeladen!
Am Abend gehen wir heim. Da gibt's dann Abendessen und wir spielen noch was. Und irgendwann heisst es dann Zähneputzen und ab ins Bett. Manchmal liest Mama dann eine Geschichte vor. Ich bin gern im SOS-Kinderdorf."