«Eine Geschichte ist eine Geschichte, und deshalb kann man sie so erzählen, wie es der eigenen Fantasie, dem eigenen Wesen oder der jeweiligen Umwelt entspricht; und wenn die Geschichte Flügel bekommt und zum Eigentum anderer wird, dann sollte man sie auch nicht aufhalten», erklärt der südafrikanische Freiheitsheld und ehemalige Präsident Nelson Mandela im Vorwort seiner Märchensammlung aus Afrika. Einer dieser Geschichten aus Mandelas Fundus sind nun Flügel gewachsen, und sie hat ihren Weg von Südafrika bis ins Naturhistorische Museum der Burgergemeinde Bern gefunden. Diese Geschichte kennt in den SOS-Kinderdörfern in Südafrika jedes Kind. Sie handelt von dem etwas verschlagenen Wesen Sankhambi, das manchmal gross und manchmal klein ist, aber immer für Ärger sorgt, und davon, wie es dazu kam, dass Affen heute auf Bäumen herumturnen. Hier können Sie die ganze Geschichte lesen.
Kinder als Künstler
Sankhambi wurde nun im Naturhistorischen Museum Bern zum Leben erweckt. Nicht etwa, um Ärger zu stiften, sondern um die Fantasie der Kinder anzuregen. Diese haben nämlich das trickreiche Wesen in Bastelnachmittagen modelliert welches danach vom Gestalter Martin Staub in voller Grösse nachbildet wurde. Seit August 2009 erfreut nun Sankhambi im Garten des Museums die grossen und kleinen Besucherinnen und Besucher.
Die Geschichte von Sankhambi stammt aus Südafrika und spielt sich in der Nähe des SOS-Kinderdorfs Nelspruit ab. Deshalb waren auch das SOS-Kinderdorf Nelspruit und Südafrika ein Thema der Bastelnachmittage sein. Denn die Kinder sollen nicht bloss das Modell eines Fabelwesens basteln, sondern auch Einblick in die fremde Kultur Südafrikas erhalten. Schliesslich fragen sich gerade Kinder der ersten bis dritten Klasse oft, wie es an anderen Orten aussieht und wieso sie gerade in der Schweiz und nicht in einem anderen Land leben.
Die Ausstellung «C’est la vie» zeigt seit Anfang September 2008 im Naturhistorischen Museum Aspekte von Leben und Tod aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. Die Ausstellung versucht, die Themen einzufangen, die Mensch und Natur am meisten berühren. Eine Art Querschnitt unserer Existenz, von der Wiege bis zur Bahre ‒ oder eben vom Nest bis zum Strassenrand.