Während des Bürgerkrieges hatten tausende Menschen aus den Bergregionen Zuflucht in Benguela gesucht, wo viele Flüchtlingskinder in großer Not in Lagern und Waisenhäusern leben. Benguela liegt etwa 400 Kilometer nördlich von Lubango, dem Standort des ersten SOS-Kinderdorfes, und rund 700 Kilometer südlich von Luanda, der Hauptstadt Angolas. Die Gegend um Benguela gilt als eine der stabilsten Regionen des Landes. Der Gouverneur von Benguela unterstützt die Arbeit von SOS-Kinderdorf tatkräftig und so wurde kostenlos ein geeignetes Grundstück zur Verfügung gestellt.
Das SOS-Kinderdorf Benguela besteht aus zwölf Familienhäusern (mit einer Kapazität von bis zu 120 Kindern), einer Mehrzweckhalle, einer Werkstätte, einem Gemeindehaus, einem Verwaltungs- und Servicebereich sowie Häusern für die SOS-Tanten (unterstützen die SOS-Kinderdorf-Mütter und vertreten sie im Falle ihrer Abwesenheit) und den Dorfleiter.
Im angeschlossenen SOS-Kindergarten, der vier Gruppenräume, eine Küche und einen Spielplatz umfasst, werden bis zu 100 Kinder betreut. Die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule bietet Grundschulbildung für maximal 480 Schüler, die in zwölf Klassenräumen und zwei Räumen für praktischen Unterricht unterrichtet werden. Ein Sportplatz gehört auch zur SOS-Hermann-Gmeiner-Schule. Rund 500 Patienten können monatlich im SOS-medizinischen Zentrum versorgt werden, das aus zwei Untersuchungsräumen, einem Operationssaal, zwei Krankenzimmern (für je zehn Patienten), einem Warteraum und einer Küche besteht. Das Familienförderprogramm zielt darauf ab, Familien soweit zu stärken, dass sie selbst für die Betreuung der Kinder sorgen können und den Kindern somit den Verbleib in ihren Familien zu ermöglichen. Die angebotenen Maßnahmen beinhalten Stipendien, die Finanzierung von Schuluniformen und Schulmaterialien und medizinische Grundversorgung sowie einkommenssichernde Maßnahmen. Auch ein lokales Waisenhaus erhält materielle Unterstützung.