Hauptstadt: Bangui
Fläche: 622.980 km²
Bevölkerungszahl: etwa 3,8 Millionen Einwohner (Stand Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: Baya, Banda, Sara, Mandija, Mboum, Mbaka
Amtssprache(n): Französisch
Religion(en): traditionelle Glaubensrichtungen, Protestanten, Katholiken, Muslime
Währung: 1 CFA-Franc = 100 Centimes
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Die im Herzen Afrikas gelegene Zentralafrikanische Republik zählt heute zu den am wenigsten entwickelten Ländern des gesamten Kontinents und ist durch hohe Säuglingssterblichkeit, geringe Lebenserwartung und eine hohe Analphabetenrate gekennzeichnet. Die Bevölkerung konzentriert sich vor allem auf den Südwesten des Landes, wobei die Hauptstadt Bangui mit rund einem Fünftel der Gesamtbevölkerung das größte städtische Siedlungsgebiet darstellt. Die dort herrschende Not veranlasste Herrn Knieper, einen deutschen Juristen im damaligen Planungsministerium, im Jahr 1981 nach dem Zusammenbruch des Zentralafrikanischen Kaiserreiches, eine Studie zur Erhebung des Bedarfs an SOS-Kinderdörfern in Auftrag zu geben.
Ende der Achtzigerjahre wurde schließlich ein Abkommen zur Zusammenarbeit mit der Regierung unterzeichnet. 1990 konnte der Grundstein zum Bau des ersten SOS-Kinderdorfes des Landes in der Hauptstadt Bangui an der Grenze zum Kongo gelegt werden. Die Besiedelung erfolgte zwei Jahre später. Dem Kinderdorf sind eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule und ein SOS-Kindergarten angeschlossen, beide stehen auch den Kindern aus der Nachbarschaft offen. Um die medizinische Versorgung der benachbarten Bevölkerung zu verbessern, wurde 1995 ein SOS-medizinisches Zentrum errichtet. 1996 begann SOS-Kinderdorf in Bangui mit der Jugendarbeit, um die jungen Erwachsenen durch gezielte Betreuung und Beratung auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen.
Zwischen 1997 und 2001 kam es immer wieder zu politischen Unruhen, die auch ihre Auswirkungen auf die SOS-Kinderdorf-Arbeit hatten. So musste das gesamte SOS-Kinderdorf im Sommer 2001 aufgrund eines Putschversuches evakuiert werden, konnte jedoch rund ein Monat später wieder seinen Betrieb aufnehmen.
Ab 2004 startete SOS-Kinderdorf ein Familienförderprogramm. Ziel dieses Programms ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Zurzeit gibt es in der Zentralafrikanischen Republik zwei SOS-Kinderdörfer, eine SOS-Jugendeinrichtung, zwei SOS-Kindergarten, zwei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, zwei SOS-medizinisches Zentren und zwei SOS-Sozialzentren.