Hauptstadt: Sucre
Fläche: 1,098.581 km²
Bevölkerungszahl: 8,9 Millionen (geschätzter Stand Juli 2006)
Bevölkerungsgruppen: Ketschua und Aymará, Mestizen, Rest europäischer Abstammung
Amtssprache(n): Spanisch, Ketschua und Aymará
Religion(en): Römisch-katholisch
Währung: 1 Boliviano = 100 Centavos
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Als Hermann Gmeiner, Gründer der SOS-Kinderdörfer, im Jahr 1968 Bolivien besuchte, trat die österreichische Ordensschwester Consolata Winkler mit der Bitte an ihn heran, das von den Halleiner Schulschwestern zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründete Waisenhaus "Gota de Leche" in Cochabamba, der drittgrößten Stadt Boliviens, zu übernehmen und in ein SOS-Kinderdorf umzuwandeln. Gmeiner stimmte diesem Vorschlag zu, und noch im selben Jahr wurde die Einrichtung umstrukturiert und die ersten baulichen Maßnahmen eingeleitet.
Heute umfasst das SOS-Kinderdorf Cochabamba-Jordán neben 10 Familienhäusern auch einen SOS-Kindergarten, mehrere SOS-Jugendeinrichtungen sowie ein SOS-Berufsbildungszentrum im Bereich Lebensmittelverarbeitung. Die Zeit zwischen 1964 und den frühen 80er-Jahren war geprägt von zahlreichen Militärputschen. Die Folge waren große Armut und soziales Elend, wovon besonders die Schwächsten der Bevölkerung, die Kinder, betroffen waren. Deshalb beschloss SOS-Kinderdorf International, weitere SOS-Kinderdörfer mit angeschlossenen SOS-Kindergärten zu errichten. 1975 nahm die erste SOS-Jugendeinrichtung in Cochabamba ihren Betrieb auf, wo sich die Jugendlichen auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereiten können.
Aufgrund der hohen Analphabetenrate in Bolivien wurden SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen und SOS-Berufsbildungszentren errichtet, die sowohl SOS-Kinderdorf-Kindern als auch den Kindern und Jugendlichen aus der Umgebung zur Verfügung stehen. Die SOS-Sozialzentren, die ab 1988 gebaut wurden, bieten benachbarten berufstätigen Elternpaaren und alleinerziehenden Müttern ganztägige Betreuung und medizinische Versorgung für ihre Kinder, mit dem Ziel die Familien bei der Verbesserung ihrer Lebenssituation zu begleiten und zu unterstützen.
Im Jahr 2002 startete SOS-Kinderdorf die ersten Familienstärkungsprogramme. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Im Februar 2011 waren tausende Familien in und um La Paz von heftigen Regenfällen, Überschwemmungen und Erdrutschen, ausgelöst durch das "La Niña"-Phänomen, betroffen. Wie in den Jahren 2007 und 2008 errichtete SOS-Kinderdorf temporäre Hilfszentren für Kinder, die auch als Gemeindezentren genutzt wurden. Über einen Zeitraum von 8 - 10 Monaten bekommen die Kinder in diesen Zentren regelmäßige Mahlzeiten, werden medizinisch versorgt, durch verschiedenste spielpädagogische Aktivitäten beschäftigt und unterrichtet.
Zurzeit gibt es in Bolivien neun SOS-Kinderdörfer, neun SOS-Jugendeinrichtungen,
drei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, fünf SOS-Berufsbildungszentren, sowie 17 SOS-Sozialzentren.
Website von SOS-Kinderdorf Bolivien
(verfügbar auf Spanisch)