Hauptstadt: Santiago
Fläche: 756.626 km²
Bevölkerungszahl: 16,1 Mio. (Juli 2006)
Bevölkerungsgruppen: Chilenen europäischer Abstammung, indigene Gruppen
Amtssprache(n): Spanisch
Religion(en): römisch-katholisch
Währung: 1 Chilenischer Peso = 100 Centavos
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Die erfolgreiche SOS-Kinderdorf-Arbeit in Chile nahm 1965 in Concepción ihren Anfang, als Pater Andrés Schlosser das erste chilenische SOS-Kinderdorf errichtete. Unzureichende oder gar fehlende Infrastruktur in der näheren Umgebung des SOS-Kinderdorfes führten in den Folgejahren zum Bau einer beachtlichen Zahl von zusätzlichen Einrichtungen an diesem Standort, darunter Kindergärten, Jugendeinrichtungen, eine technische Schule, ein SOS-Mütter- und Mitarbeiterschulungszentrum sowie Sozialzentren. Gleichzeitig wurde der SOS-Kinderdorfverein in Santiago gegründet mit Hilfe des österreichischen Ehepaares Godofredo und Nora Stutzin. Die ersten Häuser dieses Dorfes wurden 1968 eingeweiht. Auch in anderen Gegenden Chiles, vor allem in der Zentralregion, stieg die Zahl der SOS-Kinderdörfer stetig an. Ende der Siebziger-Jahre gab es bereits sieben, Ende der Neunziger dann insgesamt dreizehn Kinderdörfer. 1994 wurden die lokalen Vereine, die bis dato für die Verwaltung und den Betrieb der einzelnen SOS-Kinderdörfer verantwortlich waren, in einen nationalen SOS-Kinderdorf-Verein integriert.
1999 wurde in Calama, einer 120.000 Einwohner zählenden Stadt in der Atacama Wüste im Zentrum eines Bergbaugebietes, das erste Übergangsheim zur temporären pädagogischen und medizinischen Betreuung von Kindern eingerichtet. Im selben Jahr wurden auch erste Kontakte mit den Behörden der Osterinsel aufgenommen, um die Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Als erste vertrauensbildende Maßnahme wurde für das Gymnasium der Insel ein Sportplatz angelegt und sämtliche Sanitäranlagen der Schule erneuert. Überdies finden Jugendliche Aufnahme und Betreuung in SOS-Jugendwohngemeinschaften am Festland, um dort eine Berufsausbildung absolvieren zu können.
Am 27. Februar 2010 wurde die chilenische Küstenregion von einem schweren Erdbeben (8.8 Richterskala) erschüttert. SOS Kinderdorf hat in der Stadt von Concepción ein Kriseninterventionsteam, bestehend aus Mitarbeitern von verschiedenen SOS Einrichtungen, zusammengestellt um Ersthilfe zu leisten. Danach wurden Krisenzentren in einzelnen
Gemeinden eingerichtet um den Betroffenen Unterkunft, Nahrung und Bekleidung zur Verfügung zu stellen. Neben den physischen Notwendigkeiten wurde auch psychologische Unterstützung geboten. Heute sind die Gemeinden soweit organisiert, dass sie die Arbeit in Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen und der Unterstützung von SOS Kinderdorf selbstständig weiterführen können.
SOS-Kinderdorf arbeitet hervorragend mit der staatlichen chilenischen Kinder- und Jugendfürsorgebehörde (SENAME) zusammen, was wesentlich zum Erfolg der Arbeit im Lande beiträgt.
Zurzeit gibt es in Chile vierzehn SOS-Kinderdörfer, zehn SOS-Jugendeinrichtungen, ein SOS-Berufsbildungszentrum und elf SOS-Sozialzentren.