Hauptstadt: Caracas
Fläche: 912.050 km²
Bevölkerungszahl: 25,7 Millionen (Juli 2006)
Bevölkerungsgruppen: Mestizen oder Mulatten, europäischen Ursprungs, afrikanischen Ursprungs, indigenen Ursprungs
Amtssprache(n): Spanisch
Religion(en): Katholizismus
Währung: 1 Bolívar = 100 Céntimos
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Im Jahr 1976 gelangte die Idee Hermann Gmeiners, des Gründers der SOS-Kinderdörfer, nach Venezuela, und das SOS-Kinderdorf La Cañada in Maracaíbo wurde errichtet. Die ersten Kinder zogen 1978 in das im Nordwesten des Landes gelegene SOS-Kinderdorf La Cañada. Dem SOS-Kinderdorf sind ein SOS-Kindergarten, ein SOS-Sozialzentrum und eine Grundschule angeschlossen.
Über die Hälfte der Einwohner Venezuelas lebt unter der Armutsgrenze und das Leid der Kinder war und ist unvermindert groß. Daher entstanden im Norden des Landes, wo die Mehrheit der Bevölkerung lebt, weitere SOS-Kinderdörfer. 1996 entstanden in Maracaíbo und Maracay die ersten SOS-Jugendeinrichtungen, die den Jugendlichen aus allen SOS-Kinderdörfern des Landes zur Verfügung stehen und sie auf ein unabhängiges Leben vorbereiten.
Seit 1990 unterstützt SOS-Kinderdorf Venezuela unternehmungsfreudige, kreative und ausgebildete Jugendliche aus den SOS-Kinderdörfern, die sich als Kleinunternehmer durch zinslose Kredite selbständig machen. Mehrere Jugendliche sind dadurch bereits zu erfolgreichen Geschäftsleuten geworden.
2002 startete SOS-Kinderdorf Familienstärkungsprogramme. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern. Die SOS-Kinderdorf-Familienstärkungsprogramme tragen außerdem zu besseren Lebensbedingungen der ärmsten Bevölkerung bei, indem sie durch eine ganztägige Betreuung, ärztliche Versorgung und eine ausgewogene Ernährung der Kinder bestehende Mangelerscheinungen beheben und den oft alleinstehenden Müttern die Gelegenheit geben, einer Arbeit nachzugehen.
Im Dezember des Jahres 1999 wurde Venezuela von sintflutartigen Regenfällen heimgesucht. Die Überschwemmungen machten viele Menschen obdachlos. Daraufhin startete SOS-Kinderdorf ein Nothilfeprogramm, bei dem die Bevölkerung über vier Monate hinweg mit Medikamenten, Werkzeug und Haushaltsgeräten versorgt und bei der Suche nach vermissten Verwandten unterstützt wurde.
Zurzeit gibt es in Venezuela drei SOS-Kinderdörfer, SOS-Jugendeinrichtungen an drei Standorten, zwei SOS-Kindergärten, eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule, ein SOS-Berufsbildungszentrum und SOS-Sozialzentren an vier Standorten.