Hauptstadt: Dhaka
Fläche: 144.000 km²
Bevölkerungszahl: 144,3 Millionen (Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: Bengalen
Amtssprache(n): Bengali
Religion(en): Muslime, Hindus, Buddhisten und Christen
Währung: 1 Taka = 100 Poisha
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Nach langen Jahren des Unabhängigkeitskampfes von der britischen Kolonialmacht und der schmerzvollen Loslösung von Pakistan, die vielen Menschen das Leben gekostet und Kinder zu Waisen gemacht hatten, reisten Hermann Gmeiner, Gründer der SOS-Kinderdörfer, und Helmut Kutin, damaliger Asien-Repräsentant von SOS-Kinderdorf International, 1972 persönlich nach Bangladesch, um mit der SOS-Kinderdorf-Arbeit in diesem Land zu beginnen. Ein Regierungsabkommen wurde unterzeichnet und 1973 bezogen die ersten Familien ihr SOS-Kinderdorf in Dhaka, der Hauptstadt des Landes.
Da Bangladesch, eines der ärmsten und bevölkerungsreichsten Länder der Welt, immer wieder von Wirbelstürmen und Überschwemmungen heimgesucht wird und politische Unruhen die Bevölkerung nicht verschonen, ist das Elend und die Zahl der alleingelassenen Kinder groß. Deshalb entstanden weitere SOS-Kinderdörfer in Chittagong, der größten Hafenstadt des Landes, Khulna, Rajshahi sowie in Bogra, im Norden Bangladeschs gelegen.
1985 übersiedelten die ersten, dem SOS-Kinderdorf entwachsenen Jugendlichen in die SOS-Jugendeinrichtung Dhaka, in der sie bis zu ihrer völligen Selbständigkeit von SOS-Kinderdorf betreut und bei der Arbeitssuche unterstützt werden. Die angeschlossenen SOS-Berufsbildungszentren bieten auch den Jugendlichen aus der Umgebung die Möglichkeit, einen Beruf zu erlernen.
Die Analphabetenrate in dem Land ohne Schulpflicht liegt bei 62 %, ein Drittel der Kinder wächst ohne Schulbildung auf. Die erste SOS-Hermann-Gmeiner-Schule nahm 1987 in Khulna den Betrieb auf und zählt heute - wie alle anderen SOS-Schulen - zu den besten Bildungsstätten des Landes. Im selben Jahr entschloss sich SOS-Kinderdorf International zum Bau des ersten SOS-Sozialzentrums in Khulna, in dem für die medizinische Versorgung der benachbarten Bevölkerung gesorgt wird, die Kinder der arbeitenden Mütter tagsüber betreut und die Menschen in schwierigen Lebenssituationen beraten werden. Zusätzlich bieten die Gemeindezentren Schutz vor Wirbelstürmen und dienen der Bevölkerung oft auch als Moschee.
Im März 2005 startete SOS-Kinderdorf Familienstärkungsprogramme. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Derzeit gibt es in Bangladesch fünf SOS-Kinderdörfer, fünf SOS-Jugendeinrichtungen, vier SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, vier SOS-Berufsbildungszentren und vier SOS-Sozialzentren mit Programmen zur Familienstärkung. Derzeit befindet sich ein SOS-Kinderdorf im Bau.