Mit dem Bau des SOS-Kinderdorfes Trichur im südlichen Bundesstaat Kerala wurde 1982 begonnen. Die ersten Kinder zogen bereits ein Jahr später ein. Das SOS-Kinderdorf liegt ca. 15 km außerhalb der Stadt Trichur (auch Thrissur genannt) auf einem Grundstück, das vom Erzbischof der Stadt zur Verfügung gestellt wurde. Trichur ist ein bedeutendes Kultur- und Handelszentrum des Bundesstaates und liegt in einem fruchtbaren landwirtschaftlich genutzten Gebiet. Die Stadt ist vor allem wegen ihrer Tempel und wegen des alljährlich im April stattfindenden Pooram-Festes bekannt. Das SOS-Kinderdorf Trichur besteht aus 17 Familienhäusern, Mitarbeiterunterkünften, einer Mehrzweckhalle und den notwendigen Nebengebäuden.
Der SOS-Kindergarten wird nicht nur von den Vorschulkindern aus dem SOS-Kinderdorf besucht, sondern auch von Kindern aus der Umgebung. In zwei Gruppenräumen können bis zu 80 Kinder betreut werden. Das SOS-Kinderdorf verfügt über einen eigenen Spielplatz, wo sich die Kinder so richtig austoben können. Für die grundlegende medizinische Betreuung der Dorfbewohner und der Bewohner der Umgebung sorgt das Personal der Krankenstation.
1997 wurde in Trichur eine SOS-Jugendeinrichtung eröffnet. Die Übersiedlung von Jugendlichen in eine Jugendwohneinrichtung geht meist mit dem Beginn einer Berufsausbildung oder dem Wechsel an eine höhere Schule einher. In dieser neuen Umgebung entwickeln die Jugendlichen, begleitet von qualifizierten Betreuern, realistische Zukunftsperspektiven, übernehmen mehr Verantwortung und treffen zunehmend eigene Entscheidungen. Gefördert werden Teamgeist und Kontakte zu Verwandten und Freunden, aber auch zu Behörden und möglichen Arbeitgebern.
2003 startete SOS-Kinderdorf Indien seine Familienstärkungsprogramme in Trichur. Mit Hilfe dieser Programme soll verhindert werden, dass Familien ihre Kinder verlassen. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und unterstützt diese darin, bestmöglich für die Kinder zu sorgen. Organisiert wird die Präventionsarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Partnern. Das Familienstärkungsprogramm in Trichur bietet Beratung und Unterstützung in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Bildung. Verschiedene Ausbildungen werden angeboten, die Menschen werden bei der Berufswahl beraten und bei der Arbeitssuche unterstützt. Man hilft den Familien, mit bereits bestehenden Selbsthilfegruppen Kontakt aufzunehmen. Wenn keine passende Gruppe existiert, wird eine neue gegründet. Neben Erziehungsberatung finden auch Aktivitäten statt, um Hygiene und Kinderrechte im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern.