Hauptstadt: Bischkek
Fläche: 198.500 km²
Bevölkerungszahl: 5,1 Millionen (Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: Kirgisen, Russen, Usbeken, Ukrainer, Deutsche und andere Gruppen
Amtssprache(n): Kirgisisch
Religion(en): Islam, Russisch-orthodoxes Christentum, andere Glaubensrichtungen
Währung: 1 Som = 100 Tyin
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
1996 begann SOS-Kinderdorf International mit der SOS-Kinderdorf Arbeit im seit 1991 von der Sowjetunion unabhängigen Kirgisistan. Im Sommer 1997 wurde der nationale SOS-Kinderdorf-Verein von der kirgisischen Regierung anerkannt. Die seit 1993 bestehende Präsidialrepublik leidet unter einem Mangel an finanziellen Mitteln, um ausreichende Unterbringungsmöglichkeiten für verlassene und verwaiste Kinder zu schaffen. Aus diesem Grund errichtete SOS-Kinderdorf International das erste SOS-Kinderdorf in der im Norden des Landes gelegenen Hauptstadt Bischkek.
Das SOS-Kinderdorf Bischkek wurde Anfang 1999 von den ersten SOS-Familien besiedelt und der angeschlossene Kindergarten, der auch den Kindern aus der Umgebung zur Verfügung steht, wurde in Betrieb genommen. Neben dem SOS-Kinderdorf Bischkek wurde zur gleichen Zeit eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule erbaut, die den SOS-Kinderdorf-Kindern ebenso wie den Kindern aus der Umgebung offen steht. Die dem Kinderdorf entwachsenen Jugendlichen werden seit Oktober 2005 in einer SOS-Jugendeinrichtung in Bischkek bis zu ihrer völligen Selbständigkeit betreut.
Da der Bedarf an geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten für verlassene und verwaiste Kinder sehr groß ist, wurde am Ysyk-Köl-See im kleinen Ort Cholpon-Ata das zweite SOS-Kinderdorf Kirgisistans errichtet und im Herbst 2002 besiedelt. Auch an dieses SOS-Kinderdorf ist ein SOS-Kindergarten angeschlossen, der zeitgleich in Betrieb ging.
Im Jänner 2007 startete SOS-Kinderdorf Kirgisistan Familienförderprogramme in Bishkek und Cholpon-Ata. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf Kirgisistan direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern. Ein weiteres Programm, das sich die qualitative Verbesserung des Angebots von öffentlichen Schulen und Kindergärten zum Ziel gesetzt hat, begann im selben Jahr in Cholpon-Ata. Es bietet Lehrern und Erziehern Fortbildungsmaßnahmen und unterstützt Kinder mit einem bedarfsorientierten, individuellen Förderangebot.
In Kirgisistan gibt es derzeit zwei SOS-Kinderdörfer, eine SOS Jugendeinrichtung, zwei SOS-Kindergärten, eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule sowie drei SOS-Sozialzentren.
Website von SOS-Kinderdorf Kirgisistan
(verfügbar auf Kirgisisch, Russisch und Englisch)