Hauptstadt: Sarajevo
Fläche: 51.233 km²
Bevölkerungszahl: 3,8 Millionen (Schätzung Dezember 2000)
Bevölkerungsgruppen: 44% Bosniaken, 31% Serben und 17% Kroaten
Amtssprache(n): Kroatisch, Serbisch und Bosnisch
Religion(en): Islam (40%), Serbisch-orthodoxe Kirche (31%), Römisch-katholische Kirche (15%), Protestantismus (4%)
Währung: 1 Bosnisch-herzegowinische konvertible Mark = 100 Fening
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Während des Krieges in Bosnien-Herzegowina zwischen 1991 und 1995 verloren zahlreiche Kinder ihre Eltern. SOS-Kinderdorf International knüpfte bereits im Krieg, Anfang 1994, Kontakte zu den zuständigen Behörden und erarbeitete einen Aktionsplan: Als erste Soforthilfe-Maßnahme wurden über 200 bosnische Pflegefamilien finanziell unterstützt, die sich bereit erklärt hatten, rund 270 Waisenkinder aufzunehmen. In Sarajevo wurden ein Familienberatungszentrum und ein SOS-Klub gegründet, in dem man den Kindern und Jugendlichen half, durch Theaterspielen, Musizieren, Malen, Spielen und Sprachkurse die traumatischen Kriegserlebnisse zu verarbeiten. 1995 mussten der SOS-Klub und das Beratungszentrum aufgrund der Kriegswirren geschlossen werden.
Nach Ende des Krieges beschloss SOS-Kinderdorf, die Bevölkerung mit dauerhaften Einrichtungen zu unterstützen. Im September 1996 fand die Grundsteinlegung für das SOS-Kinderdorf in der Hauptstadt Sarajevo statt, einen Monat später folgte die Grundsteinlegung für das zweite bosnische SOS-Kinderdorf in Gracanica bei Tuzla. Ende Februar 1998 wurden beide SOS-Kinderdörfer fertiggestellt und kurz darauf konnten die ersten Kinder ihr neues Zuhause beziehen. Da die Stadt Mostar durch das Bombardement besonders betroffen war, entschied sich SOS-Kinderdorf International, zwei ausgebombte Kindergärten zu renovieren - einen im bosnischen und einen im kroatischen Teil der Stadt. Der kroatische Kindergarten wurde wenig später der Stadtverwaltung übergeben.
Im Dezember 1999 öffnete das neue SOS-Sozialzentrum in Sarajevo seine Pforten, in dem unter anderem ein Kindergarten und ein Jugendzentrum, zum Teil die Fortsetzung des SOS-Klubs aus Kriegstagen, untergebracht sind. Ein pädagogisch gelungenes Projekt ist der SOS-Kindergarten Gorazde, der 2001 errichtet wurde. Während 2002 wurden jeweils eine SOS-Jugendeinrichtung für das SOS-Kinderdorf Gracanica und das SOS-Kinderdorf Sarajevo eingerichtet, die ein paar Jahre später erweitert wurden.
Im Herbst 2003 wurde in Sarajevo das beliebte Spielmobil-Projekt (bereits in Rumänien sehr erfolgreich) eingeführt mit dem Ziel, die Kinder von der Straße fernzuhalten. Die Kindertagesstätte im SOS-Sozialzentrum Sarajevo initiierte ein Programm, welches Kindern bedürftiger Eltern ermöglicht, am Nachmittag oder am Wochenende die Vorschule zu besuchen. Dieses Programm wurde auch in den SOS-Kindertagesstätten Gorazde und Mostar 2005 eingeführt. Im Jahre 2005 startete SOS-Kinderdorf Bosnien ein Familienförderprogramm in Gorazde. Ziel dieses Programms ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf Bosnien direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern. Anfang 2008 entstanden weitere Familienstärkungsprogramme in Sarajevo und Mostar.
Zurzeit gibt es in Bosnien-Herzegowina zwei SOS-Kinderdörfer, zwei SOS-Jugendeinrichtungen und sieben SOS-Sozialzentren.