Hauptstadt: Riga
Fläche: 64.589 km²
Bevölkerungszahl: 2,4 Millionen(Schätzung Dezember 2000)
Bevölkerungsgruppen: 57% Letten, 30% Russen, 4% Weissrussen, 3% Ukrainer und 3% Polen
Amtssprache(n): Lettisch
Religion(en): Lutheraner, Katholiken oder Russisch-orthodoxe Christen
Währung: 1 Lats = 100 Santims
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Im September 1991 erlangte Lettland seine Unabhängigkeit von der ehemaligen Sowjetunion. Noch im selben Jahr nahm SOS-Kinderdorf International aufgrund des mangelhaften sozialen Fürsorgesystems seine Tätigkeiten in Lettland auf. Da sich die Grundstückssuche als äußerst schwierig erwies, konnte erst fünf Jahre später mit dem Bau eines SOS-Kinderdorfes in Islice begonnen werden. Ende Juni 1997 wurde das SOS-Kinderdorf mit angeschlossenem Kindergarten dann fertig gestellt und wenig später von den ersten Familien besiedelt. Im selben Jahr erfolgte auch die Gründung des lettischen SOS-Kinderdorf Vereins.
Da die Gemeinde Islice aufgrund der schlechten finanziellen Lage ihre öffentlichen Schulen und Kindergärten kaum mehr erhalten konnte, verpflichtete sich der lettische SOS-Kinderdorf-Verein die lokale Grundschule für einige Jahre finanziell zu unterstützen. Mit Hilfe dieser Zuwendung konnten sogar Computer gekauft werden - eine für das Land einzigartige Investition.
Im Oktober 2002 wurde das SOS-Kinderdorf Islice um zwei Familienhäuser erweitert, da der Bedarf nach einer familienähnlichen Langzeitunterbringung sehr hoch war.
In 2004 startete SOS-Kinderdorf Lettland Familienförderprogramme. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
In 2005 wurde der Bedarf an einem zweiten SOS-Kinderdorf im Norden Lettlands erkannt und mit dem Bau in Valmiera begonnen. Mitte 2006 wurde die erste SOS-Jugendeinrichtung für die dem SOS-Kinderdorf Islice entwachsenen Jugendlichen in der benachbarten Stadt Jelgava in Betrieb genommen, wo sie schrittweise in ihre Selbständigkeit begleitet werden. Mit Januar 2007 wurde, begleitend zum im Juni 2007 fertig gestellten SOS-Kinderdorf, in Valmiera ein zweites Familienstärkungsprogramm gestartet. Am 25. August 2007 wurde das SOS-Kinderdorf Valmiera offiziell eröffnet. 2008 wurden zwei weitere Familienstärkungsprogramme in Olaine und Riga gestartet. Eine weitere SOS-Jugendeinrichtung wurde 2008 in Iecava eröffnet, einer kleinen Stadt in 20km Entfernung vom SOS Kinderdorf Islice.
Zurzeit gibt es in Lettland zwei SOS-Kinderdörfer, einen SOS-Kindergarten, zwei SOS-Jugendeinrichtungen und drei SOS-Sozialzentren (Familienstärkungsprogramme).
Website von SOS-Kinderdorf Lettland
(verfügbar auf Lettisch und Englisch)