Hauptstadt: Vilnius
Fläche: 65.200 km²
Bevölkerungszahl: 3,7 Millionen(Schätzung Dezember 2000)
Bevölkerungsgruppen: Litauer (80,6%), Russen (8,7%), Polen (7%), Weissrussen (1,6%), andere 2,1%
Amtssprache(n): Litauisch
Religion(en): Römisch-katholisch und andere christliche Glaubensrichtungen, Islam, Judentum
Währung: 1 Litas = 100 Centai
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Bereits 1990 bestanden Kontakte zu einer Gruppe engagierter Personen, die sich von Anfang an sehr für die Verwirklichung der SOS-Kinderdorf-Idee in Litauen einsetzten. Ein völlig unzureichendes soziales Fürsorgesystem und trostlos überfüllte Heime machten die Schaffung adäquater Einrichtungen dringend notwendig. 1991 erfolgte die Gründung des litauischen SOS-Kinderdorf-Vereins "SOS Vaikù Kaimù Draugija Lietuvoje". Dies geschah noch vor der offiziellen Anerkennung der Souveränität Litauens im September desselben Jahres.
Die offizielle Grundsteinlegung des SOS-Kinderdorfes Vilnius und des SOS-Kindergartens erfolgte am 19. April 1994. Bereits ein Jahr später besiedelten die ersten SOS-Kinderdorf-Familien das neue Dorf. Der SOS-Kindergarten öffnete im September erstmals seine Pforten und avancierte innerhalb kurzer Zeit zum Modellprojekt in dieser Region.
Um SOS-Kinderdorf-Kindern und Kindern aus baltischen Waisenhäusern einmal im Jahr einen Urlaub am Meer zu ermöglichen, wurde im September 1999 mit dem Bau eines SOS-Ferienlagers in Karkle, einem kleinen Dorf an der Baltischen Küste begonnen. Während der Sommermonate bietet das Camp, das Ende 2000 fertiggestellt wurde, Platz für etwa 200 Kinder. In den Wintermonaten wird das Ferienhaus für Seminare genutzt. Im Juni 2000 wurde aufgrund des dringenden Bedarfs vorübergehend eine Wohnung in Vilnius als SOS-Jugendeinrichtung angemietet. Um jedoch der wachsenden Zahl an Jugendlichen im SOS-Kinderdorf gerecht zu werden, wurde kurz darauf eine größere Wohnung gekauft, die für insgesamt 16 Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren ausgelegt ist.
Im Jahr 2005 startete SOS-Kinderdorf Litauen sein erstes Familienstärkungsprogramm in Alytus. Ziel dieses Programmes ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern. Das Familienstärkungsprogramm in Alytus wurde 2008 geschlossen. Seit 2010 werden in Alytus aber im Rahmen eines neuen Sozialzentrums Kinderbetreuungsleistungen (Kindertagesstätte) angeboten.
Zurzeit gibt es in Litauen ein SOS-Kinderdorf, eine SOS-Jugendeinrichtung, einen SOS-Kindergarten, drei SOS-Sozialzentren (davon ein SOS-Ferienlager).
Website von SOS-Kinderdorf Litauen (verfügbar auf Englisch und Litauisch)