Hauptstadt: Warschau
Fläche: 312.680 km²
Bevölkerungszahl: 38,7 Millionen (Schätzung Dezember 2000)
Bevölkerungsgruppen: 98% Polen, Minderheiten an Ukrainern und Weißrussen
Amtssprache(n): Polnisch
Religion(en): 95% römisch-katholisch
Währung: 1 Zloty = 100 Groszy
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Die SOS-Kinderdorf-Arbeit in Polen begann 1977, als Hermann Gmeiner erste Kontakte mit der polnischen Regierung aufnahm. Bei einer Gruppe in Bilgoraj stieß seine Idee auf besonders großes Interesse. Bald darauf konnte bereits mit dem Bau des ersten SOS-Kinderdorfes in Bilgoraj begonnen werden, welches im August 1983 in Betrieb genommen wurde.
Im September 1991 konnten weitere verwaiste und allein gelassene Kinder in das zweite SOS-Kinderdorf in Krasnik einziehen. Erst nach der politischen Wende wurde 1991 der polnische SOS-Kinderdorf-Verein gegründet. Ein Jahr später entstand in Lublin die erste SOS-Jugendeinrichtung, die aufgrund des großen Bedarfes erweitert wurde. Infolge dessen wurde 1997 ein Jugendhaus mit angeschlossenem Jugendzentrum errichtet.
Das dritte SOS-Kinderdorf wurde 1998 in Siedlce fertiggestellt und besiedelt. Da immer mehr Jugendliche in dem SOS-Kinderdorf Krasnik heranwuchsen, wurden im Frühjahr 2001 in der gleichnamigen Stadt Wohnungen für eine SOS-Jugendeinrichtung gekauft und anschließend renoviert. Ein Jahr später wurde in einem Familienhaus im SOS-Kinderdorf Bilgoraj das Übergangsheim "Winnie-the-Pooh" eingerichtet. Dort finden verwaiste Kinder und solche, um die sich die Eltern nicht kümmern können, kurzfristig, bis zur Klärung ihres rechtlichen Status Unterkunft und Betreuung.
Ein weiteres Übergangsheim wurde in der Stadt Ustron eingeführt. Im Frühjahr 2004 startete SOS-Kinderdorf Polen das Familienförderprogramm „Haven“ in Lublin. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf Polen direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Der Bau des vierten SOS-Kinderdorfes begann im Sommer 2004 in Karlino. Diese Stadt befindet sich im Nordwesten des Landes, wo große Armut aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit herrscht. Viele Kinder können aus diesem Grund von ihren Eltern nicht mehr betreut werden und der Bedarf nach einer langfristigen, familienähnlichen Betreuung war somit sehr groß. Im Sommer 2005 wurde das SOS-Kinderdorf Karlino besiedelt. Aufgrund des Heranwachsens der im Kinderdorf Karlino lebenden Kinder zu Jugendlichen, wurde in der ca. 30 km von Karlino entfernten Stadt Koszalin ein Jugendzentrum eingerichtet. Dieser Ort bietet mehr Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie einen interessanten Arbeitsmarkt.
Das SOS-Kinderdorf Siedlce wurde Ende 2006 um eine SOS-Jugendeinrichtung erweitert. Im Jahre 2007 wurde der beliebte Playbus auch in Polen eingeführt. Ziel dieses Projektes ist es, den Kindern das Spielen zu ermöglichen und auf diese Weise ihr Selbstvertrauen und ihre sozialen Kompetenzen zu stärken. Im März 2009 wurden weitere Familienstärkungsaktivitäten in Bilgoraj gestartet. Eingehende Prüfungen sowie eine Machbarkeitsstudie führten zur Entscheidung, das Projekt „Playbus“ durch die Einrichtung eines Sozialzentrums in Siedlce zu ersetzen und den Schwerpunkt ab September 2010 auf Familienstärkung zu legen.
Zurzeit gibt es in Polen vier SOS-Kinderdörfer, vier SOS-Jugendeinrichtungen und zwölf SOS-Sozialzentren (davon zwei Übergangsheime und zehn Programme zur Familienstärkung) sowie drei SOS Kindergärten.
Website von SOS-Kinderdorf Polen
(verfügbar auf Polnisch)