Das zweite SOS-Kinderdorf Russlands befindet sich in dem rund sieben Kilometer von Orjol entfernten Städtchen Lavrovo, etwa 350 Kilometer südlich von Moskau, der Haupstadt des Landes. Ausschlaggebend für den Bau dieses SOS-Kinderdorfes waren die Ergebnisse einer Studie über die Lebenssituation von Waisenkindern in Orjol. Zudem leiden in dieser Region auch heute noch viele Kinder und Jugendliche an den Spätfolgen der Atomkatastrophe im ukrainischen Tschernobyl im Jahr 1986. Die rund 3.500 Einwohner Lavrovos leben hauptsächlich von der Landwirtschaft. Sowohl das Angebot an Kindergärten und öffentlichen Schulen als auch die ausreichende Infrastruktur in Lavrovo schaffen beste Voraussetzungen für eine gute Versorgung der Kinder und ihren freien Zugang zu Bildung und Kultur. Die offizielle Eröffnung des SOS-Kinderdorfes erfolgte am 4. Juli 2000 in der Anwesenheit von Helmut Kutin, Präsident von SOS-Kinderdorf International, zahlreichen Vertretern der russischen Regierung und vielen Ehrengästen statt.
Das mitten in einem Apfelgarten gelegene SOS-Kinderdorf Lavrovo besteht aus zwölf Familienhäusern für bis zu 84 Kinder, einem Gemeinschaftshaus, einer Werkstatt, einer Garage und Häusern für den Dorfleiter und die SOS-Tanten (unterstützen die SOS-Kinderdorf-Mütter und vertreten sie im Falle ihrer Abwesenheit). Zusätzlich wurde auch ein Spielplatz angelegt.
Um den Bedürfnissen der steigenden Anzahl an Jugendlichen, die dem SOS-Kinderdorf bereits entwachsen waren, gerecht zu werden, wurde im Herbst 2001 eine SOS-Jugendeinrichtung in Orjol eröffnet. Dort können bis zu 14 Jugendliche während ihrer Berufsausbildung oder höheren Schulbildung wohnen und sich auf ein selbständiges Leben vorbereiten.