SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Anstoß für den Bau eines SOS-Kinderdorfes in der Republik Weißrussland (Belarus) war die Reaktor- Katastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986. In Zusammenarbeit mit der weißrussischen gemeinnützigen Stiftung "Kinder von Tschernobyl" wurden die notwendigen Vorbereitungen für die Errichtung eines SOS-Kinderdorfes in Borovljany, einer Kleinstadt, etwa 20 km außerhalb der Hauptstadt Minsk, getroffen. Zur Jahresmitte 1995 bezogen die ersten Familien ihr neues Zuhause. Dem SOS-Kinderdorf ist ein SOS-Sozialzentrum angegliedert, in dem strahlengeschädigte Kinder aus ganz Weißrussland für die Dauer der ambulanten medizinischen Behandlung wohnen können.
Das zweite SOS-Kinderdorf Weißrusslands nahm im Juli 2004 den Betrieb auf. Im Mai 2004 startete SOS-Kinderdorf Weißrussland Familienförderprogramme. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf Weißrussland direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Ein weiteres Programm, das sich die qualitative Verbesserung des Angebots von öffentlichen Schulen und Kindergärten zum Ziel gesetzt hat, begann im Januar 2007 erstmals in Marina Gorka und wurde mittlerweile auf andere Standorte ausgeweitet. Es bietet Lehrern und Erziehern Fortbildungsmaßnahmen und unterstützt Kinder mit einem bedarfsorientierten, individuellen Förderangebot. Die Bauarbeiten für das dritte SOS-Kinderdorf im Land wurden im Dezember 2009 in der drittgrößten Stadt Mogilev abgeschlossen.
Zurzeit gibt es in Weißrussland drei SOS-Kinderdörfer, zwei SOS-Jugendeinrichtungen und neun SOS-Sozialzentren (teilweise Familienstärkungsprogramme).
Website von SOS-Kinderdorf Weißrussland
(verfügbar auf Deutsch, Englisch und Russisch)