Bindura, Hauptstadt der Provinz Mashonaland Central, liegt im Nordosten Simbabwes, rund 80 Kilometer von Harare, der Hauptstadt des Landes, entfernt. Das SOS-Kinderdorf Bindura befindet sich nahe der Stadt Mazove in einem fruchtbaren Tal desselben Namens. Es ist schon seit 1983 in Betrieb und wurde im selben Jahr auch offiziell eröffnet.
Das SOS-Kinderdorf Bindura umfasst fünfzehn Familienhäuser mit einer Kapazität von bis zu 180 Kindern, ein Verwaltungsgebäude, eine Mehrzweckhalle, einen Sportplatz und ein Haus für den Dorfleiter.
Der angeschlossene SOS-Kindergarten besteht aus drei Gruppenräumen und einem Spielplatz und kann bis zu 90 Kinder aufnehmen.
1989 wurden zwei SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschulen eröffnet, eine für bis zu 990 Schüler auf dem Gelände des SOS-Kinderdorfes und eine zweite für bis zu 1.080 Schüler auf dem Grundstück der Maizelands Farm. Zusammen umfassen die beiden Schulen 46 Klassenräume, eine Integrationsklasse, Computerräume und einen Sportplatz. In den frühen 1990er Jahren stieg in Bindura der Bedarf an Sekundarschulen und um diesem gerecht zu werden, wurde 1992 eine SOS-Hermann-Gmeiner-Sekundarschule eröffnet. Die Sekundarschule besteht aus zwanzig Klassenräumen, zwölf Räumen für praktischen und wissenschaftlichen Unterricht, einer Mehrzweckhalle und einem Sportplatz; bis zu 850 Schüler können aufgenommen werden. Die SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen genießen einen ausgezeichneten Ruf. Die Mehrzweckräume der Schulen werden auch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, indem man sie für diverse Veranstaltungen, z.B. für Hochzeiten, mieten kann; dies fördert die Integration in die lokale Gemeinde. Um den Bedürfnissen der steigenden Anzahl an Jugendlichen, die bereits dem SOS-Kinderdorf entwachsen waren, gerecht zu werden, wurden im Jahr 1993 zwei SOS-Jugendeinrichtungen eröffnet. Dort können bis zu 58 Jugendliche während ihrer Berufsausbildung oder höheren Schulbildung wohnen und sich auf ein unabhängiges Leben vorbereiten.
Seit 2003 werden Familienförderprogramme koordiniert, die darauf abzielen, die speziellen Bedürfnisse von Kindern abzudecken (z.B. in medizinischer und materieller Hinsicht, in Bildungsfragen, soziale Fähigkeiten) und hilft Familien, selbständig für Schutz und Betreuung der Kinder sorgen zu können. Man unterstützt die Familien, eine verlässliche Einkommensquelle zu sichern und bietet Erziehungsberatung an. Im Rahmen dieser Programme werden jährlich rund 2.500 Kinder mit Nahrungsmitteln versorgt, sie erhalten Beratung und psychosoziale Unterstützung; weiters werden Schulgebühren übernommen und die medizinische Grundversorgung sichergestellt. Zudem werden von HIV/AIDS betroffene Familien bei der Verbesserung ihrer Wohnsituation unterstützt. In erster Linie werden Kinder unterstützt, die beide Elternteile verloren haben und nun bei Großeltern, älteren Geschwistern oder anderen Verwandten leben, sowie solche, deren Eltern schwer krank sind.