Die Provinz León liegt im westlichen Teil Nicaraguas. Sie gehört zu den Gebieten, die 1998 von Hurrican "Mitch" am schwersten verwüstet wurden. Im Rahmen eines SOS-Nothilfeprogramms für die Katastrophenopfer wurde damals in der gleichnamigen Provinzhauptstadt León eine Notunterkunft errichtet. Eine 2002 von SOS-Kinderdorf durchgeführte Studie brachte ans Licht, dass in der Region dringend familiennahe Betreuung für verwaiste und verlassene Kinder gebraucht wurde. Deshalb wurde der Bau des SOS-Kinderdorfes León in Angriff genommen, welches 2004 seinen Betrieb aufnahm. Es besteht aus zwölf Familienhäusern, einem Dorfleiterhaus, einem Mehrzwecksaal und einem Verwaltungsgebäude und verfügt über einen eigenen Spielplatz.
Außerdem gibt es in León ein SOS-Sozialzentrum mit Kindertagesstätte, die vor allem armen, allein erziehenden Frauen und kinderreichen Familien aus der Umgebung zu Gute kommt. Es werden mit Familien aus der Nachbarschaft auch Tagesmütterprogramme organisiert. In beiden Betreuungsformen erhalten die Kinder Nahrung, Vorschulerziehung und medizinische Grundversorgung. Im SOS-Sozialzentrum gibt es auch eine Kinder- und eine Zahnarztpraxis sowie medizinische Beratung. Eltern können an einkommensschaffenden Kursen (Schneiderei, Kosmetik, Konditorei, Gemüseanbau) und persönlichkeitsbildenden Workshops teilnehmen. All diese Maßnahmen dienen der Familienstärkung, so dass so viele Kinder wie möglich in ihrer Ursprungsfamilie aufwachsen können.