To the top button
Filtern nach
  • Kategorien
  • Länder

Sie selbst haben nicht viel. Doch das hält die Frauen in Abia (Lesotho) nicht davon ab, Kindern in noch grösserer Not zu helfen. Gemeinsam erreichen sie mehr, davon sind sie überzeugt. Sie engagieren sich in der Nachbarschaftshilfe, einer Initiative von SOS-Kinderdorf.

Die Stiftung SOS-Kinderdorf Schweiz stärkt mit ihren Programmen Familien und Gemeinden, damit Kinder in ihrem familiären Umfeld bleiben können. In Abia etwa, einem Vorort der Hauptstadt Maseru von Lesotho. Auf der Suche nach Arbeit gehen viele Eltern ins benachbarte Südafrika. Zurück bleiben Kinder, die auf sich alleine gestellt sind, darunter auch viele verwahrloste Aids-Waisen. Das ist die traurige Realität. Die Probleme, mit denen Lesotho zu kämpfen hat, treten hier in Abia offen zu Tage. Doch es gibt auch die andere Seite der Medaille: die von Nachbarschaftshilfe und Solidarität.

Gemeinsam mehr erreichen
«Es ist selbstverständlich, dass ich mich freiwillig engagiere und die Situation von Kindern und Nachbarn verbessere, denen es noch schlechter geht als mir», sagt Letsema. Seit gut einem Jahr hat sie sich auf Initiative von SOS-Kinderdorf mit Frauen aus dem Quartier zu-sammengeschlossen. Die Gruppe nennt sich «Nahana Ka Ngoana», was so viel bedeutet wie «denk an die Kinder». Sie treffen sich wöchentlich, tauschen sich aus und geben sich gegenseitig Ratschläge um die eigene, aber auch die Situation in der Nachbarschaft nach-haltig zum Besseren zu verändern. Eine Mitarbeiterin von SOS-Kinderdorf nimmt periodisch an den Treffen teil. Sie gibt den Frauen Tipps, stellt die Verbindung zu Behörden und Schulen her und greift wo nötig unterstützend ein.

 

Beherzt eingreifen
Die Frauen nehmen das Schicksal ihres Viertels in ihre Hände. Mit offenen Augen und Ohren, mit Herz und Courage, sind sie in ihrer Nachbarschaft aktiv. Schauen dort hin, wo die Not am grössten ist. «Mir ist ein Kind aufgefallen, das ohne Schuhe zur Schule ging. Dann habe ich herausgefunden, dass es zusammen mit seinen Geschwistern ohne Eltern aufwächst. Ich habe ihm Schuhe besorgt und kümmere mich jetzt um die Kinder», erzählt eine Frau am Treffen. Eine andere meint: «Es schmerzt mich zu sehen, wenn Kinder auf sich alleine gestellt sind. Sie sind so verletzlich.»

 

Hilfe zur Selbsthilfe
Malisebo ist selbst dreifache Grossmutter, zieht ihre Enkel alleine gross, weil die Eltern sie verlassen haben. Sie weiss wovon sie spricht. Auch sie musste weg, um Geld zu verdienen. Musste die Kinder immer wieder über Wochen hinweg alleine lassen. Bis sie ins Familien-stärkungsprogramm von SOS-Kinderdorf aufgenommen wurde. Dank Beratung, Schulung und Unterstützung konnte sie ein kleines Geschäft aufziehen. Nun sammelt sie Alteisen und verdient so etwas Geld. Die Enkel gehen zur Schule und müssen nicht mehr hungrig ins Bett. Die Frauen in der Runde sind sich einig: Die Hilfe, die sie selbst erfahren haben, wollen sie weitergeben. «Wir müssen uns zusammentun, damit es der Gesellschaft besser geht», so der einhellige Tenor der Frauen von Abia. Denn: Der Bedarf an Unterstützung ist gross.

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren.

 
28. August 2018

Hilfe zur Selbsthilfe

Mit seinen Familienstärkungsprogrammen unterstützt SOS-Kinderdorf …

Weiterlesen
 
22. Juli 2018

SOS-Kinderdorf Maseru

An seine leiblichen Eltern erinnert sich Tsepo nicht. Sie starben, als er …

Weiterlesen
 
9. Juni 2018

Selfmade woman

Es gab Zeiten, da wusste Matebello Semoko weder ein noch aus: Plötzlich stand sie …

Weiterlesen