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15.11.2018 Aktuelles Alle Projekte & Hilfsprogramme Weitere Länder Ausgebeutet, vergewaltigt, versklavt

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Tegucigalpa Auf dem Weg in die USA sind unbegleitete Minderjährige aus Mittelamerika oft sexueller Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt. «Auf sich allein gestellt, werden sie leicht Opfer von skrupellosen Menschenhändlern und Schleusern, die sie vergewaltigen, wie Sklaven verkaufen oder zur Prostitution zwingen», sagt Nicolas Alfaro, Leiter von SOS-Kinderdorf in Honduras. «Manche von ihnen verschwinden.»

Allein in den letzten drei Wochen wurden laut Alfaro über 2’100 Kinder an der Grenze zwischen Honduras und Guatemala aufgegriffen und zurückgeschickt. Mindestens zehn Prozent der Kinder waren von ihren Familienangehörigen getrennt. «Kinder und Jugendliche auf der Flucht haben ein Recht auf besonderen Schutz und Hilfe», sagt Alfaro. «Doch tatsächlich werden diese Rechte immer wieder ignoriert.» Deshalb betreibt die Hilfsorganisation seit Kurzem Notunterkünfte in Mexiko, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua. «Unbegleitete Minderjährige finden dort eine sichere Bleibe und wir versuchen, ihre Eltern ausfindig zu machen und die Familien zusammenzuführen.», so Alfaro weiter.

Die Gründe für die Flucht aus ihren Heimatländern sind vielfältig: Bewaffnete Gewalt, Bandenkriminalität, aber auch Armut und Perspektivlosigkeit zwingen die Kinder auf die gefährliche Reise. «Ich bin geflohen, weil meine Familie in El Salvador bedroht wurde. Ein Bandenmitglied wollte meine 15-jährige Tochter heiraten – gegen ihren Willen. Wir hatten grosse Angst, weil diese Person zuvor einen Mitschüler von ihr ermordet hatte», erklärt eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern den Grund für ihre Flucht aus El Salvador. Oder ein 17-jährige Junge aus Honduras in einer Notunterkunft in Mexiko: „Die Maras haben gedroht, mich umzubringen, wenn ich mich ihnen nicht anschließe. Da bin ich zusammen mit meinem Bruder von zu Hause weggelaufen, um in den USA ein neues Leben zu beginnen.“

Diese beiden Geschichten sind nur zwei von vielen ähnlich traumatischen Erfahrungen, welche SOS-Kinderdorf dokumentiert. Solange die Ursachen für die Flucht nicht bekämpft werden, wird die Zahl der gefährdeten Minderjährigen steigen.

SOS-Kinderdorf nimmt auf regionaler und nationaler Ebene Einfluss auf Politik und Öffentlichkeit, um mehr Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, und wirkt beim Aufbau von Kapazitäten staatlicher und nichtstaatlicher Organisationen mit. Die Maßnahmen umfassen psychotherapeutische Hilfe, Einkommensförderung sowie Selbsthilfeinitiativen, um die Rechte und den Schutz von Kindern, Jugendlichen und Familien zu gewährleisten.

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