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19.07.2019 Aktuelles Alle Projekte & Hilfsprogramme Weitere Länder Eine Chance für Kinder mit Down-Syndrom

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Glückliche Wende für Oscar

«Schaffe ich das?», diese Frage hört und liest man oft, wenn man sich mit Eltern von betroffenen Kindern unterhält oder Erfahrungsberichte studiert. Sicher eine berechtigte Frage, die sich vermutlich alle Eltern behinderter Kinder irgendwann stellen. Um es zu schaffen, benötigen Betroffene Hilfe. Gute Rahmenbedingungen wie Beratungsstellen, entsprechende Infrastruktur in Form von spezieller Betreuung für den Alltag und im weiteren Leben die nötigen Bildungsangebote stärken Eltern sich dieser Herausforderung zu stellen. Ein dagegen nur mässig ausgebautes Hilfs- und Informationsprogramm kann sich bei sowieso schon schlechter finanzieller und emotionaler Ausgangslage der Eltern negativ auswirken. Desinformierte Eltern, ohne Unterstützung fühlen sich schnell überfordert und geben manchmal aus purer Verzweiflung vorzeitig auf.

Nur mein Fernseher redet mit mir …

Oscars Eltern sahen sich jedenfalls nicht in der Lage ihren Jungen entsprechend zu versorgen und verliessen ihn kurz nach der Geburt. Eine traurige Zeit in Oscars Leben begann, denn auch verschiedene Pflegefamilien, in denen er danach lebte, wussten sich aus Unwissenheit und mangelnder Unterstützung nicht anders zu helfen, als den Buben vor den Fernseher zu setzen. Isoliert vom Rest der Familie, wenig beachtet und grösstenteils des Tages sich selbst überlassen, zog er sich immer weiter in sich selbst zurück. Liebe und Aufmerksamkeit, die essentiell für die weitere Entwicklung eines Kindes sind, erhielt Oscar nicht. Die innere Einsamkeit kann hier jedoch ein Fernseher nur kosmetisch ausgleichen.

Eine Chance

Als Oscar in seine SOS-Familie in Bosnien und Herzegowina zog, änderte sich sein Leben. Seine SOS-Mutter und seine SOS-Geschwister sahen ihn als Teil der Familie und integrierten ihn als liebenswertes Familienmitglied. Inzwischen entwickelt er sich prächtig. Seine Seele wird zwar noch lange mit der Einsa

mkeit und fehlenden Liebe zu kämpfen haben, aber dank SOS-Kinderdorf hat auch er seine Chance auf ein besseres Leben bekommen.

 

Was macht SOS-Kinderdorf in Sarajevo, Bosnien und Herzegowina?

Im ECDC (Early Childhood Development Centre) der SOS-Kinderdörfer Sarajevo, Bosnien und Herzegowina fördern Pädagogen die frühkindliche Entwicklung bei Kindern von ein bis sechs Jahren unter Einbezug der Eltern.

Erzieherin Neira Bogilovic von SOS-Kinderdorf Bosnien und Heregowina «Frühzeitiges Erkennen von Entwicklungsverzögerungen ermöglicht schnelles Eingreifen und Gegensteuern.  Schwierigkeiten im Verlauf eines Lebens jeden Kindes können gemildert oder im glücklichen Fall sogar beseitig werden. Ein wichtiger Schritt dabei ist, dass Eltern ein Verständnis dafür entwickeln, auch wenn es schwer ist für sie akzeptieren, dass Sohn oder Tochter zum Beispiel Lernbehinderungen haben. Das wichtigste Alter, um Entwicklungsstörungen entgegen zu wirken ist von eineinhalb Jahren bis zwei Jahren. Das Gehirn ist dann noch plastisch, nicht voll ausgebildet und somit lenkbar, um zu intervenieren.»

Downsyndrom – Trisomie 21 / Was ist das?

Beim Downsyndrom handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um eine genetische Besonderheit. Anstatt der üblichen 23 Chromosomenpaare in allen menschlichen Zellen weisen die Zellen der Menschen mit Down-Syndrom ein zusätzliches Chromosom auf. Das sogenannte Chromosom 21 ist bei ihnen dreifach vorhanden, deswegen spricht man auch von einer «Trisomie 21». Diese Genveränderung ist für körperliche Besonderheiten verantwortlich. Betroffene Menschen sind jedoch meistens sehr lernfähig, brauchen zum Lernen aber mehr Zeit als nicht Betroffene.

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