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13.07.2021 Aktuelles Alle Crowdfunding für NGOs

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Aus dem Alltag von Hilfsorganisationen und NGOs ist Crowdfunding nicht mehr wegzudenken. SOS-Kinderdorf stellt einige Möglichkeiten vor, wie Sie selbst für den guten Zweck aktiv werden können.

Crowdfunding, also wörtlich übersetzt die «Massenfinanzierung», hat eine längere Tradition, als man vielleicht meint. Das erste belegte Projekt, das durch Crowdfunding zustande kam, war die Freiheitsstatue, 1886 in New York eingeweiht. War die Statue an sich ein Geschenk zur Unabhängigkeit von Frankreich, lag die Finanzierung des Projekts bei den Vereinigten Staaten. An Geld mangelte es der Nation jedoch. Joseph Pulitzer rief infolgedessen als Herausgeber der New York Times auf, für dieses monumentale Projekt zu spenden – und tatsächlich: Innert sechs Monaten kamen dank 120’000 UnterstützerInnen die benötigten 102’000 US-Dollar zusammen. Dank Crowdfunding war das Fundament eines der globalen Wahrzeichen gelegt. Seitdem hat die Idee der Schwarmfinanzierung einen äusserst eindrücklichen Siegeszug angetreten. Auch für NGOs wie SOS-Kinderdorf gewinnt Crowdfunding als alternative Spendenaktion zunehmend an Bedeutung.

1. Crowdfunding: Kein One-Hit-Wonder

Internet und Digitalisierung haben Crowdfunding im Globalen wie Lokalen, im Grossen wie Kleinen, im wirtschaftlichen wie gemeinnützigen Umfeld Fuss fassen lassen. Die Projekte, die dabei entstanden sind, beweisen, welche Kraft gemeinsames Engagement entfalten kann. Einige der erfolgreichsten Crowdfunding-Kampagnen weltweit: die SmartWatch PebbleTime, die Produktion des Films Veronica Mars und das Projekt «Reading Rainbow», das via App 10’000 Klassen kostenlos mit einem Abonnement für e-Books versorgt.

2. Crowdfunding: Die bewährte Methode

Weltweit hat sich die Plattform Kickstarter den grössten Namen im Bereich Crowdfunding gemacht. In der Schweiz hingegen ist wemakeit Platzhirsch. Der Anbieter kann aktuell auf mehr als 5’000 erfolgreiche Projekte, mehr als 70 Millionen gesammelte Franken und etwa 465’000 Mitglieder verweisen. Angemeldete NutzerInnen haben die Möglichkeit, hier eigene Aktionen anzulegen: Die Bandbreite reicht von der Finanzierung eines Musikalbums über die Finanzierung eines Agrar-Startups in Kenia bis hin zur Produktion einer Socken-Kollektion. Der Fantasie sind also wenige, von wemakeit sehr klar abgesteckte Grenzen gesetzt. Darüber hinaus gibt es in der Schweiz natürlich noch zahlreiche weitere Anbieter für Crowdfunding.

Crowdfunding-Projekte ermöglichen die Umsetzung von kleineren Projekten in den SOS-Kinderdorf-Fokusländern.

Crowdfunding-Projekte ermöglichen die Umsetzung von kleineren Projekten in den SOS-Kinderdorf-Fokusländern.

3. Crowdfunding: Die soziale Methode

Auf den sozialen Medien, allen voran Facebook, haben NutzerInnen mittlerweile die Möglichkeit, eigene Charity-Aktionen zu lancieren. Hierzulande ist diese Funktion für in der Schweiz ansässige NGOs noch nicht verfügbar, für gemeinnützige Organisationen aus anderen Ländern können SchweizerInnen aber bereits eigene Crowdfunding-Projekte starten. Besonders beliebt? Eine Sammlung anlässlich des eigenen Geburtstags. Schweizer Hilfsorganisationen bleibt in der Zwischenzeit nur die Option, geduldig auf die Einführung zu warten und bis dahin Alternativen zu suchen und zu nutzen.

4. Crowdfunding: Die verspielte Methode

Streamst du noch oder sammelst du schon? Auf Twitch spielen NutzerInnen verschiedene Games, plaudern oder machen Musik – live als Stream vor Publikum. Das Medium erfreut sich wachsender Beliebtheit, sodass mehr und mehr StreamerInnen ihr Hobby zum Beruf machen, oder sich damit zumindest ein nettes Zubrot verdienen können. Neben Werbespots finanzieren sie sich vor allem durch kostenpflichtige Abos oder separate Zahlungen ihres Publikums. In diesem Zuge richten viele StreamerInnen auf der Plattform mittlerweile auch Spendenaktionen aus. Die Besonderheit: Das Engagement der «Masse» findet live statt und ist greifbar. Eingehende Spenden, die Spendenden und der aktuelle Spendenstand sind jederzeit für jeden sichtbar.

Auf There-for-you.com wird aktuell Geld für ein Projekt in Nepal gesammelt.

Auf There-for-you.com wird aktuell Geld für ein Projekt in Nepal gesammelt.

5. Crowdfunding: Die Oldschool-Methode

Crowdfunding – das klingt schon so nach Online und Digital. Dabei lassen sich solche Spendenaktionen auch ganz traditionell bewerkstelligen. Ein Beispiel? Ein im Freundes- und Familienkreis lancierter Anlass, bei dem Erlebnisse und Geschenke versteigert werden. Als Aufhänger können Sie selbst ein Ziel im Voraus erklären, beispielsweise das Erreichen von 800 Franken, um den Kauf eines Schulbusses zu finanzieren. Das sind alles Ideen und kein Muss. Das Gute an dieser Methode: Ihr Anlass, Ihre Regeln. Von Thema über Zweck bis hin zu Dauer, Teilnehmerzahl und Ziel liegt alles in Ihrer Hand.

Sie möchten SOS-Kinderdorf unterstützen? Spenden Sie entweder direkt, stöbern Sie nach einem passenden Hilfspaket in unserem Spendenshop oder lancieren Sie Ihre eigene Spendenaktion via Crowdfunding. Wir danken Ihnen in jedem Fall herzlich für Ihren Einsatz.

Inhaltsverantwortliche:

David Becker

Wenn ich Content in Wort und Bild erarbeite, begeistert mich das grosse Ganze und berühren mich die feinen Details.

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